Dienstag, 15. Juli 2014

Odaiba – Wie alles einfach nur passte

Diesen Tag, konnten wir nicht vollständig zu Fuß zurücklegen, oder eher gesagt: Wir wollten es gar nicht.
Wir hatten uns überlegt mit dem Boot nach Odaiba zu fahren, einer kleinen Insel in der Bucht von Tokyo mit Einkaufzentren und anderen Attraktionen für Besucher.

Gezielt etwas verspätet haben wir uns nachmittags auf den Weg zum Fluss gemacht, wo die Anlegestellen in Asakusa sind.
Am Fluss angekommen, informierten wir uns erst einmal darüber, wann und mit welcher Linie wir eigentlich fahren müssen.
Nachdem wir uns durch die Pläne gewühlt hatten, kauften wir das passende Ticket am Automaten, wobei wir doch dann noch glatt einen 1000 Yen Schein im Rückgeld Fach liegengelassen hatten.
Zum Glück wies uns ein freundlicher Mitarbeiter darauf hin und so bekamen wir das Geld zurück – es war alles ein wenig chaotisch.

Nun mussten wir noch etwas über eine Stunde warten bis unser Boot fahren sollte und wir wollten die Zeit nutzen, noch ein wenig durch einen anderen Teil von Asakusa zu streifen.
Gerade als wir wieder auf der Straße waren, kam uns ein junger Japaner, entgegen der uns für eine Rikscha-Fahrt begeistern wollte.
Das war uns schon ein paar Mal passiert und eigentlich finden wir die Idee auch super.
Doch sind die Preise nicht allzu günstig und Zeit hatten wir eigentlich auch nicht.
Dazu sei aber gesagt, dass, wenn Susi nicht dabei gewesen wäre, Sada wohl schon mehrfach mit Rikschas herumgefahren wäre, da der persönliche Schutz gegen japanische Werbung nicht besonders effektiv ist :)

Also winkten wir freundlich ab und erklärten, dass wir uns noch ein wenig in der Stadt umsehen wollten.
Gesagt, getan, wir gingen die Straße entlang und fanden an einem Schild auch gleich einen interessanten Wegweiser: Cat Café --->
Wir folgten dem Wegweiser, konnten allerdings keine Kaffee trinkenden Katzen finden – Wir vermuteten irgendeine Seitengasse – und beschlossen somit uns erst einmal ein Eis zu holen.
Wie alles in Japan, hat auch das Eis oftmals ein sehr spezielles Design, wovon sich andere Nationen auch mal eine Scheibe abschneiden sollten:


So gut wie es aussah, schmeckte es auch und so machten wir uns allmählich daran unsere kleine Runde durch die Straße zu beenden um unser Boot nicht zu verpassen.
Ganz geschickt versuchten wir diesmal den Rikschafahrern zu entkommen, nur um gleich einem neuen in die Arme zu laufen.
Wieder mussten wir ihn damit abspeisen, dass wir unser Boot bekommen müssen und freundlich nickte er uns zu und wünschte uns trotzdem viel Spaß – freundlich, freundlich.

Wieder am Anleger angekommen, wartete dort auch schon ein futuristisch anmutendes Boot auf seine Mitfahrer – unseres kam aber kurz darauf und somit brachten wir uns selbst ein weiteres Mal durcheinander.
Wir standen am Steg, und ein Weg führte von oben aus dem Haus heraus, wo man sich seine Karten kaufte.
Allerdings konnte man sich auch ohne weiteres unten anstellen, und die Tickets hatten wir ja auch bereits.
Also unten bleiben, oder nochmal ins Haus?
Nummer sicher, vielleicht sperren sie gleich die anderen Wege ab.
Also gingen wir eine weitere Runde, schlichen uns an den Rikschas vorbei und eilten ins Haus, nur um nicht zu wissen, wo wir nun genau lang mussten.
Schnell bekamen wir allerdings Hilfe von einem Mitarbeiter, der uns die Treppen hinauf schickte und somit gingen wir mit unseren Tickets die Treppe hoch, nur um dann wieder den Weg nach unten zum Steg zu betreten – Fantastisch :D da waren wir doch eben :P

Wenige Minuten später, kam dann auch schon unser Boot angefahren. Hier einmal ein Foto von einem dieser Boote aus etwas größerer Distanz – natürlich ist das Boot im Hintergrund gemeint – sieht doch wirklich verrückt aus oder?


Jeder einzelne Passagier wurde vom Captain und seiner Crew persönlich begrüßt und schnell suchten wir uns einen Platz im Innern.

Als es dann wenig später auch los ging, hatten wir einen – leider durch das Wetter etwas grauen – Anblick auf das Ufer, welches auf einer Seite eng bebaut war, und auf der gegenüberliegenden Seite offener und grün.

Durch unseren Sitzplatz, konnten wir zuerst nur eine Seite – die bebaute – fotografieren, aber dennoch war es interessant und nach einer Weile durften wir sogar die Treppe hinauf auf Boot und konnten von dort oben den windigen Rundumblick genießen.
Dazu sei auch gesagt, dass die Brücken unter denen wir hindurchfuhren, immer eine andere Farbe hatten. Es gab sie in Weiß, in Blau, in Gelb, in Rot, usw.
Hier ein paar Fotos bis zu dem Punkt, an dem wir dann einen Zwischenstop anlegten:

Mit der Zeit, schalteten andere Boote ihre Beleuchtung an:


Über diese Straßen, konnte man auch vom Wasser aus immer wieder Laster fahren sehen:



Einmal ganz in Gelb :


Verschiedene Boote, auch traditionellerer Natur, kreuzten unseren Weg:



Und noch ein farbenfrohes Boot



Nicht nur die Farben, auch die Arten der Brücken waren immer unterschiedlich:


Manchmal ganz nah:


Der Tokyotower:


Als dann langsam die Sonne untergehen sollte, passte es wie die Faust aufs Auge und der Himmel klärte sich ein wenig auf, was uns die Möglichkeit gab, fantastische Bilder von der Szenerie, dem Himmel und der letzten Brǘcke vor Odaiba "Die Rainbow Bridge" zu machen. Nun durften wir auch auf das Deck des Bootes steigen und von dort die Aussicht genießen:

Die Küste:


Diesmal mit Tokyotower:


Die Rainbow Bridge:


Eine kleine dicht bewachsene Insel vor Odaiba, welche eine alte Kanonenbatterie darstellt:


Ein sehr auffälliges Gebäude auf Odaiba – welches glaube ich dem Fuji TV Studio gehört:


Endlich angekommen wurde es auch immer dunkler und immer mehr schöne Fotos konnten wir von der Umgebung machen.
um die schmalen Wanderwege herum, zirpten die Zikaden und nur wenige Meter von uns entfern, fanden wir Manhatten Ö.ö
Nein okay, dort war eine Nachbildung der Freiheitsstatue zu sehen:


Noch einmal einen Blick zurück zur Fuji TV Station, konnten wir als es etwas dunkler wurde sehen, wie sich die Fenster des Gebäudes durchgehend verfärbten und teilweise sogar ganze Schriftzüge auf der Fassade darstellten:







Einen kleinen Strand gab es auch, welcher einer von zweien im Stadtbezirk Tokyo war und weit hinter uns, thronte das Daikanransha ein riesiges superbuntes Riesenrad, das natürlich auch noch unser Ziel sein sollte.
Aber zuerst hatten wir nun Hunger und so machten wir uns auf die Suche nach etwas zu essen.
Aber nein – Stop – wir kamen noch an einem Buchladen vorbei wo wir uns erst einmal umsahen und etwas Geld ließen.
Durch Zufall entdeckten wir ein Buch, dass wir schon in anderen Buchhandlungen gesucht hatten und selbst im offiziellen Hello! Project Shop in Akihabara ausverkauft gewesen war:

Michishige Camera – Ein Buch mit Fotos von Sayumi selbst geschossen und am Ende für das Buch ausgewählt. Viele witzige hinter den Kulissen Bilder:



Es dauerte noch ein wenig, bis wir schließlich etwas passendes für uns zu Essen gefunden hatten, aber wir entschlossen uns mal für ein weiteres "Experiment"
Ein hawaiianisch angehauchtes Burgerrestaurant mit einem tollen Ausblick auf die Rainbowbridge bei Nacht.


The Best, das sagt doch alles:


Burger zum selbermachen:


Die Aussicht war super, nur leider wegen der Spiegelungen, schlecht zu fotografieren:


Aber hier noch einmal, von direkt vor dem Restaurant aufgenommen:


Nachdem wir mehr als gesättigt waren, machten wir uns nun auf die Suche nach dem Riesenrad. Die Suche? Ja das war gar nicht so einfach, zwischen den ganzen hohen Häusern hindurch das Ziel auszumachen und vorher hatten wir noch einen schmutziges-Geheimnis-Augenblick.

Als wir einem Weg folgten, der uns näher an das Riesenrad bringen sollte, bemerkten wir, wie ein japanisches Pärchen von dem wir ausgingen, sie hätten einen Plan, doch der Weg endete mit einem mal.
Links von uns befand sich nur ein hohes Geländer, auf dessen anderen Seite sich eine Treppe befand.
Dort müssen wir also hin, aber eine direkte Verbindung gab es nicht.
Der Japaner vor uns hüpfte über das Geländer und deutete seiner Freundin, es ihm gleich zu tun – So ganz traute sie sich allerdings nicht und Susi nutzte die Gelegenheit als Vorbildfunktion und krabbelte "geschickt" auf die andere Seite.
Der Japaner deutete auf sie und erklärte seiner Freundin, dass sie es genau so machen sollte.
Sada kletterte nun hinterher und während wir die Treppe hinuntergingen, flog die Freundin des Japaner ein wenig unsanft über das Geländer in die Arme ihres Freundes.
Als wäre das nicht genug gewesen, merkten wir als wir unten angekommen waren, dass es so keine Verbindung zum Riesenrad gab und der einzige Weg war, die Treppe hinauf und durch die – wir wir nun erkannten – einzige große Fußgängerbrücke.
Also wieder nach oben und durch die Brücke hindurch zum Riesenrad.

Man kann schon was sehen:


Wir kommen näher:


Es wechselte nicht nur durchgehend die Farben, sondern auch das Muster an sich:


Geil oder?


Noch näher:


Natürlich waren auch die Gondeln bunt und es gab sogar welche, die einen Rundumblick, auch nach unten freigaben:



Endlich angekommen , mussten wir noch durch eine Toyota Ausstellungshalle und dann wurden wir noch gefragt, ob wir eine bunte Gondel wollten, oder eine, die vollständig durchsichtig war.

Wir entschieden uns für eine Bunte, da sie schicker waren und irgendwie ist es sonst ein wenig creepy.

Dann kamen wir auch zu schmutziges Geheimnis Moment Nummer 2.
Bevor wir zum Riesenrad selbst durften, positierte man uns in einer Ecke und schoss ein weiteres Foto von uns. Natürlich würde man es uns hinterher anbieten zu kaufen ;)
Aber der Fotograf, war wie alle anderen Mitarbeiter beim Riesenrad so gut gelaunt und freundlich, dass man ihm das gar nicht abschlagen konnte.

Also wurden wir nun in unsere Gondel geleitet und los ging die Fahr nach oben.
Auch hier konnten wir viele tolle Fotos machen, aber die Stimmung mit der Musik und den Erklärungen zum Ausblick und dem Riesenrad selbst durch die Lautsprecher, kann man natürlich nicht auf Fotos festhalten:




Als wir unsere Fahrt nach 15 Minutenbeendet hatten, ging es für uns wieder zurück. Noch immer fasziniert vom traumhaften Ausblick suchten wir die nächste Station, welche uns nach Ueno bringen sollte, von wo aus, wir dann laufen wollten.

Ein Foto, sollte man allerdings nicht vorenthalten und es stellt die Frage auf: Was ist eigentlich SciFi?

Hier noch ein paar persönliche rückblickende Gedanken:

Susi:

Die Fahrt mit dem Riesenrad hatte ich mir schon lange erträumt und war daher super duper glücklich, als wir sie dann endlich antreten konnten. Odaiba bei Nacht hat dann doch etwas total anderes, als wenn man es bei Tag betrachtet und insbesondere dieses Versinken in der sich langsam ausbreitenden nächtlichen Stimmung war ein tolles Erlebnis. Die Fahrt mit dem Boot war toll und ging auch sehr schnell vorbei, obwohl wir ungefähr eine Stunde dort verbrachten. Das Essen war zudem auch megalecker und wer liebt nicht den Geschmack von geräuchertem Fleisch? Lecker! Der Derp-Moment-des-Tages war wohl eben der oben schon genannte, dass ich mich über das Geländer schwinge, während sich dann wohl Japanerinnen dort etwas schwerer tun. Das ich dann als Vorbild funktioniere, hab ich so auch noch nicht erlebt ;)

Sada:

Es war ein wunderschöner Tag und alles schien genau so zu passieren, wie es passieren sollte. Wir gingen später los, und erlebten die Ankunft bei Odaiba mit dem Sonnernuntergang. Der Himmel klärte auf und was wir oben nicht erwähnt hatten war, dass in der Buch von Odaiba verschiedenste kleine bunte Schiffe dümpelten und auf einem von denen scheinbar sogar eine Karaoke-Party stattfand – zumindest klang es sehr danach.

Das Riesenrad war am Ende ganz klar das Highlight und die Freundlichkeit die einem entgegengebracht wurde, ist wieder einer der Augenblicke, die ich nie vergessen kann.

Tokyo ist eine riesen Stadt und doch wirkt sie gar nicht so. Viele Distrike und der Block von oben, zeigt einem keine durchgehend leuchtende und niemals schlafende Metropole.

Es ist eine Stadt die atmet und lebt mit ihren Bewohnern und sehr wohl ihre eigene Ruhe sucht und findet.


Ein wunderschöner Tag, mit wundervollen Eindrücken und Erlebnissen.

Sada und Susi


 




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