Sonntag, 20. Juli 2014

Tempel und Wünsche – Kameras und lautes Essen

Um einen Tag verschoben, haben wir uns heute auf den Weg zum Meiji Schrein gemacht.
Wie man sicher weiß, gibt es in Tokyo eine ganze Menge Schreine und/oder Tempel, doch der Meiji Schrein ist wohl einer der bekannteren – auch unter den Touristen.

Wie schon öfter erwähnt, findet man überall in dieser "Megacity" die Natur vor und folgende Blumen, sorgten diesen Morgen dafür, dass wir stehenbleiben mussten, als wir sie am Straßenrand sahen:






Wir beschlossen heute die Metro zu nehmen und sind dann relativ in der Nähe des Schreins ausgestiegen. Zuerst befanden wir uns noch inmitten der Zivilisation, also rund um uns herum: Häuser soweit das Auge reicht. Doch lange dauerte es nicht und wir befanden uns an der Brücke, die uns in den Park bringen sollte, welcher uns bis zum Ziel begleitete.
Auf dem Weg zum Schrein gingen wir unter einigen großen Toren hindurch – sogenannte Torii – es waren schon ganz besondere Bauwerke in ihrer Schlichtheit, Eleganz und Größe wirkten sie für sich alleinstehend wie etwas ganz besonderes.


Dies war auch das größte jemals gebaute Torii und es war wirklich viel größer, als es vielleicht auf den Fotos wirkt.



Als wir noch ein wenig weiter gegangen waren fanden wir auf der rechten und der linken Seite des Weges eine riesige Ansammlung von Fässern.

Im Gegensatz zu dem was einige behaupten, befindet sich in folgenden Fässern kein Reis, sondern Reiswein "Sake".


Berichtigt mich wenn – aber warum sollte ich Reis in Fässer füllen?

Auf der gegenüberliegenden Seite, befand sich eine Reihe mit Weinfässern aus dem Westen:


Auf einem von vielen Schildern stand geschrieben, dass der Kaiser Meiji zu seiner Zeit viele Kontakte zum Westen aufbaute, um die damals noch fortschrittlichere Technologie von diesem mit der Tradition des eigenen Japans zu vereinen.

Vereinzelt wurde der Weg an den Seiten mit kleinen Zäunen aus Bambus abgegrenzt:







Ja genau, diese No Smoking Schilder findet man beinahe überall in Japan und es ist kaum ein Wunder, dass man sehr selten einen Japaner rauchen sieht.


Und auch solche fand man in regelmäßigen Abständen am Wegesrand, bis wir dann endlich das große Gelände des eigentlichen Schreins erreichten:




Direkt beim Schrein gab es dann einen kleinen Stand, bei dem man Talismane kaufen konnte, und kleine Plättchen, welche man dann später weiterverwenden konnte – klingt blöd, ist aber so ;)

Wir hatten uns dann jeder einen passenden und einen hübschen Talisman gekauft und noch etwas mehr.

Es gab zahlreiche kleine Gebäude auf dem Gelände, doch die meisten durften nicht direkt betreten werden.
Das machte allerdings nichts, denn auch als Tourist, sollte man nicht alles belatschen und angrabschen müssen.


Hier noch ein Torii:

Dort konnte man hingehen und seinen Respekt zollen, das funktionierte so:

Man ging zu den großen "Fenstern" und warf eine Münze – oder auch mehrere in eine Art hölzernen Behälter dahinter, man verbeugt sich zwei mal, klatscht zwei mal in die Hände und verbeugt sich noch ein weiteres Mal.


Dann bot sich hier zweimal die Möglichkeit seinen Wünschen und Gebeten eine Form zu verleihen.

Die erste war, man nimmt sich einen Zettel aus einem dafür vorgesehenen Kasten. Auf den Zettel, schreibt man dann seine Gebete und Wünsche, und tut diesen dann in den dafür vorgesehenen Umschlag.
Diese Gebete, müssen allerdings mit Respekt und Demut erfolgen.
Dann nimmt man den Umschlag und steckt in in einen großen hölzernen Kasten.


Hier einmal die fertigen Umschläge, bevor wir sie ihrem Schicksal überlassen haben:


Die zweite Möglichkeit – und dazu benötigten wir nun die zuvor gekauften kleinen Plättchen, funktioniert so ähnlich.

Man nimmt sein Plättchen und geht damit an einen kleinen Tisch wo Stifte bereitliegen.
Mit diesen schreibt man nun ebenfalls in Demut und Respekt seine Gebete auf …


… dann nimmt man das Plättchen und hängt es an einen der Haken zu vielen weiteren Plättchen, die dort von Touristen aber auch vielen Einheimischen aufgehängt wurden.

Wir haben uns unsere Wünsche nicht gezeigt – liegt aber daran, dass Sada es nicht wollte, aber dazu kommen wir später noch einmal.



Als wir unsere Wünsche und Gebeten offenbart hatten, dem Schrein unseren Respekt zollten – oder eher den Göttern – machten wir uns nun langsam auf den Rückweg durch den Park zurück in die Stadt.
Ganz in der Nähe des Meiji Schreins befand sich Shinjuku.

Shinjuku war wieder das blühende Leben.

Unser erstes Ziel war das Marui Annex, ein etwas größeres, mehrstöckiges Gebäude, welches Anlaufstelle so mancher Fashion-Begeisterten ist. So auch bei uns: ab in den Stock, wo es die guten Sachen gibt. Zuerst gingen wir in Alice and the Pirates hinein, ein Label, dass sich auf Gothic Lolita spezialisiert. Nach einigem Anprobieren, wurden dann ein Kleid und ein Bolero gekauft. Immer dazu gab es eine Karte, in der Stempel gesammelt werden konnten, die beim nächsten Einkauf sich erweiterten und schließlich einen Rabatt ergeben konnten. Was außergewöhnlich war: man wurde zum Ende des Ladens begleitet und dort wurde unter freundlicher Verbeugung die volle Tasche mit dem Gekauften überreicht. Als nächstes kauften wir bei Metamorphose noch ein passendes Paar Rocking Horse Schuhe (die Verkäuferin war so niedlich wie ein wirbelnder Hamster) und in Baby the Stars shine bright, welches das süßere Label gegenüber Alice and the Pirates darstellt, kam noch ein Haar-accessoire hinzu und das Lolita-Herz war für diesen Tag vollends zufrieden.
In einem etwas kleineren Laden, welcher sich auch auf Modellbau spezialisierte und "Leidenschaft" hieß, kauften wir dann noch ein paar Sachen zum Thema Blythe, vielleicht kennt der ein oder andere diese Püppchen.

Susi wollte sich nun noch eine süße Polaroidkamera kaufen und so sind wir zu dem wohl größen Elektronikgeschäft gegangen, was mir je untergekommen ist: Big Camera

Big Camera ist eine riesige Kette und noch viel riesiger ist ihr Angebot - und der Titelsong geht uns nicht mehr aus dem Kopf, weil er so schmissig ist.

Wir waren ja bereits zuvor in Yodobashi Camera was uns mit dem Angebot überwältigte und Big Camera stand dem in keinster Weise nach.

Auf dem Weg dorthin, fanden wir folgendes Banner für einen Friseur:


Zurück aber zu Big Camera: Das Angebot war überwältigend und die Preise einfach top. Ein kleines Beispiel gefälligst?
Sada benötigte eine Speicherkarte für die PSVITA, die in Deutschland zb. bei Amazon über 40 Euro kostet.
Bei Big Camera, hatte ich etwas über 20 bezahlt und es gab sogar noch 5% Rabatt darauf.

Die Kamera selbst hatten wir zuerst nicht gefunden, wie gesagt das Angebot war überwältigend, doch ein netter Japaner – der dort aber nicht gearbeitet hatte – merkte wohl, dass wir etwas suchen und so zeigte ich ihm ein Bild auf meinem Handy.
Er wusste sofort Bescheid und brachte uns zu dem Punkt, wo wir zahlreiche dieser Kameras fanden – in allen Größen, Farben und Formen, warum ist der Westen eigentlich so eintönig?

Wir suchten uns dann natürlich auch eine passende für Susi aus und zwar:


Ja genau, eine supercoole Polaroidkamera :D

Dann kauften wir noch passende Filme dazu und noch die PSVita Speicherkarte.
Als es ans bezahlen ging, die nächste Überraschung.
Der nette Verkäufer meinte, wenn wir kurz mitkommen und unsere Reisepässe zeigen würden, gäbe es noch Rabatt darauf, da sie als steuerfrei verkauft werden würden.
Gesagt getan und während der Verkäufer mit sehr guten Englisch alles erklärte, zahlten wir am Ende mit der Visakarte, wurden glücklich und machten ihn auch glücklich, als wir ihm erzählten, dass wir aus Deutschland kommen.
Dann gratulierte er uns noch zum Sieg der Fußball WM – Wir haben es als nicht Fußball-interessierte - nicht verstanden :D
Und zum Schluss bekamen wir dann sogar noch zwei hübsche Taschentücher gratis dazu und die vom Verkäufer ausgefüllte Schrift für den Zoll - das ist doch Service, der begeistert!

Nachdem wir dort unser Geld also gelassen haben, sind wir noch in einen 100 Yen Laden gegangen – das ist sowas wie ein 1 Euro Laden, nur dass man dort nicht nur Schund zu kaufen bekommt, sondern wirklich Innovative und teils sehr hochwertige Sachen.

Wir kauften dann ein paar Sachen für wenig Geld – zb ein paar Kleinigkeiten zum erstellen von Bentoboxen :) – natürlich alles stilecht bunt! :D

Dann wurde es auch Zeit einmal etwas zu essen, also gingen wir raus in das dunkle Shinjuku und schauten uns um.
Wir schauten uns gerade eine große Tafel vor einem Laden an, als wir von der Seite freundlich auf englisch angesprochen wurden.
Der Mann – der wohl in einem der Läden arbeitete, holte sofort eine große Speisekarte hervor und erklärte uns jedes einzelne Gericht und Getränk.
Wie kann man da noch ablehnen, also folgten wir ihn die Treppe hinunter und fanden uns erneut in einer ganz anderen Welt wieder.
Es war ein relativ kleiner Raum mit vielleicht 5 Tischen an jeder Wand.
Die Stimmung war heiter und laut – aber wir setzen uns und bekamen kurz darauf einen Hocker gereicht für unsere Taschen, und die Speisekarte.
Noch einmal, klärte man uns über die verschiedenen Menüs und Sparangebote auf und auch wenn es wie erwähnt, relativ laut gewesen war, bestellten wir und bekamen dann auch zeitig unser Essen.

Ahso, Sada hatte den Mut zusammengefasst, und sich japanisches Bier bestellt und es war wirklich gut. und Kopfschmerzen, wie sonst gab es auch nicht :D

Susi bestellte gebratenen Reis, Sada Meeresfrüchte Okonomiyaki und für beide gab es noch Yakitori.
Sehr lecker, sehr interessant und sehr zuvorkommend.

Wir verließen also gut gesättigt das Restaurant und merkten wie spät es eigentlich schon geworden war. Also suchten wir die Shinjuku Station und machten uns auf den Weg zurück ins Hotel. Das noch ins Auge gefasste Kiddyland, nahmen wir uns für ein anderes Mal vor.


Aber nun noch ein paar persönliche EIndrücke.

Sada:
Die Wünsche am Meijischrein waren für mich mit das Highlight.

Ich kann nicht genau sagen, ob ich an etwas glaube, in die Kirche gehe ich jedenfalls nicht, doch möchte ich gerne und die Art und Weise, wie die Japaner ihre Götter ehren und ihre Gebete vorbringen, ist etwas, womit ich mich am ehesten identifizieren kann. Irgendwas ist da, und wenn es am Ende nur die eigene Überzeugung ist, die Wünsche wahr werden lässt.

Wie ja oben erwähnt, wollte ich nicht, dass wir uns gegenseitig die Wünsche erzählen, oder die Brettchen zeigen. Susi und ich, haben eigentlich keinerlei Geheimnisse, doch meine Gebete, Hoffnungen und Wünsche, sind zwar naheliegend für jeden der mich kennt, aber doch etwas, was ich nur für mich persönlich haben möchte.
Ich kann ja oft nicht meine Klappe halten, aber hierbei halte ich dicht.
Ich muss auch zugeben, dass ich kein Mensch bin, der sich lieber Frieden für die Welt wünscht. Natürlich wünsche ich mir das, aber ich glaube, ich bin kein egoistischer Mensch in meinem Alltag und somit möchte ich wenigstens bei meinen Gebeten ein wenig egoistisch sein.

Das Einkaufen im Big Camera war wieder ein Erlebnis und wo ich in Deutschland keine Lust habe zu shoppen, oder auch nur etwas anzusehen, könnte ich das hier den ganzen Tag tun.
Nicht, weil es nur verrückt Dinge gibt. Es ist einfach das Angebot an sich, was mein Interesse weckt und mir Dinge bietet, die ich nicht als übertrieben, oder verrückt sehe, sondern einfach … that's it!

Die Freundlichkeit der Verkäufer ist etwas, war mir sonst im Leben immer fehlte, und auch an diesem Tag, merkte man einfach, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer Freude an ihrer Arbeit haben und auch wenn sie anstrengend ist, keinerlei erzwungene Freundlichkeit in ihren Gesichtern.
Das Essen, war ein weiteres kleines Abenteuer, wieder einmal eine ganz andere Gegebenheit, Stimmung und auch das Essen war einmal wieder etwas ganz anderes.
Bisher hielten wir uns nur an das japanische Essen und alleine dieses, breitet sich in Facetten aus, die habe ich so noch nicht erlebt und einem wird schon beinahe schwindelig, bei diesem Essenskarrusell

Susi:
Der Tag war wirklich zweigeteilt - zum einen der Meiji-Schrein, der bei meinem nun zweiten Besuch viel ruhiger war. Und zum anderen Shinjuku - und endlich der Besuch im Marui Annex und genug Geld dabei haben, um Dinge zu kaufen, von denen man schon lange träumt - endlich mal direkt und nicht immer nur über einen Shopping Service. Denn der Einkauf an sich ist ein Erlebnis, auf das man sonst verzichten muss, wenn man an japanischer Mode interessiert ist und in Deutschland keinen Laden vorfindet, der das gewünschte im Angebot hat.
Mein Highlight war definitiv der Kamera-Kauf. Man möchte ja meinen, dass zwei Kameras genug sind, aber diese Polaroid-Kamera hat es mir wirklich angetan. Man muss sich wirklich komplett neu einstellen auf die Art der Fotografie - und man kann letztendlich nichts mehr retouschieren oder verbessern. Es wird wohl noch etwas dauern, bis ich mich dort hineingefuchst habe, aber ich sag mal so: Herausforderung angenommen!
Und zudem: Lolita-Klamotten. Yaaaaaaaay! Seitdem wir hier sind, finde ich ja auch immer mehr den Casual Style der Japanerinnen interessant und hole mir viele neue Anregungen. Aber Lolita gehört einfach dazu und da ich bereits recht tief in der Mode drin stecke, weiß ich zum Glück auch, was mir gefällt und was ich wie kombinieren kann. Das erleichtert einem das Shoppen enorm und bewahrt vor Fehlkäufen!
Der Meiji-Schrein hingegen, war beinahe wie ein Traum, da es so still und bedächtig war und ich glaube, dass ich mir irgendwie wohl immer dasselbe wünsche - und dies betrifft meist eher die Menschen, die ich liebe, als mich selbst. Aber mit diesen Wünschen bin ich am glücklichsten.



Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal


Susi und Sada



















































































Freitag, 18. Juli 2014

Wie in einem Bären-Paradis...

Für diesen Tag hatten wir uns eigentlich zwei Sachen vorgenommen: erst nach Shibuya zu fahren und dann abends zum Meiji-Schrein zu gehen, doch es lief etwas anders als geplant.
Auf unserem Hinweg bemerkten wir, dass wir die Kamera im Hotel vergessen hatten, also seht ihr nun alles Handybilder, die jedoch wirklich super geworden sind - und so ein Handy ist ja auch schneller gezückt als eine riesige digitale Spiegelreflex-Kamera.

Als wir an der Station Shibuya ankamen, sahen wir von oben erstmal diesen Ausblick: die berühmte Kreuzung, die auch oft in Filmen über Tokyo gezeigt wird. Es hat schon etwas befremdliches, wenn auf einmal so viele Menschen auf einmal grünes Licht bekommen.



Nachdem wir dann den Ausgang gefunden hatten, was gar nicht so leicht war, erblickten wir natürlich sofort niedliche Werbung. keine Ahnung, was sie uns verkaufen wollen, aber wir würden es bestimmt gerne nehmen :D 


Kurz darauf sahen wir ebenso die bekannte Hachiko-Statue, einem Hund, der nach dem Tod seines Herrchens noch treu und stetig auf ihn wartete - Hollywood hat diese Story natürlich schmalzgetränkt verfilmt.

Unser erstes Halt war jedoch das Shibuya 109, welches beinahe jedem Mädchen das Herz schneller schlagen lassen wird. Es ist ein hohes Kaufhaus mit megamäßig tollen Geschäften und von süß bis rockig sind alle Stile vertreten. Im Eingangsbereich begrüßte uns dann auch gleich Sailor Moon, die wie einigen bereits bekannt ist, nun eine Neuauflage mit neuem Zeichenstil bekommen hat. Und was uns Sailor Moon auch ankündigte: es ist Sale!


Im Shibuya 109 selbst machten wir keine Bilder, da meist höflich darauf hingewiesen wird, dies nicht zu tun. Aber das Shoppingherz machte kleine Luftsprünge, so viel sei gesagt. Es war traumhaft :)

Nach einiger Zeit waren wir dann mit Tüten beladen und im Herzen seelig und machten uns auf die Suche nach einem zweiten Geschäft: Tokyu Hands. Dieses Geschäft hat sich auf all das spezialisiert, was man mit seinen Händen hobbymäßig so anstellen kann.
Auf unserem Weg dorthin begegneten wir riesigen Bären und Godzilla:



Im Geschäft angekommen suchten wir ein wenig herum und fanden dies hier:


Viele Tierchen konnte man aus Papierbögen zusammensetzen. Einen ganzen Zoo hätte man so gestalten können.


Und auch winzige Miniaturen aus dickerem Papier ließen uns staunen - so filigran und zeitgleich so detailreich, dass es einem die Sprache verschlägt.

Doch dann folgte das Highlight unseres Tages: ein Besuch im Rilakkuma Café! Tower Records ist ein Musikgeschäft, was in seiner zweiten Etage anscheinend immer mal wieder das Thema seines Cafés ändert und circa zwei Monate sollte dieses Thema nun Rilakkuma, der kleine Bär, sein. Rilakkuma ist einfach genial, weil er ein sehr relaxter Bär ist, der entweder schläft, oder...schläft...oder sich rumräkelt und vielleicht auch mal isst...um dann wieder zu schlafen. Also: nichts wie hin!
Zunächst einmal mussten wir vor dem Eingang kurz warten, dass ein Tisch frei wird. Die Wartezeit war aber nicht einmal 5 Minuten lang und schon saßen wir auf bequemen Sesseln bzw. einer Couch und sahen uns das Menü an. Wir entschieden uns für ein Rundum-Paket mit Getränk, Hauptgang und Nachspeise. Noch bevor wir bestellen konnten, bekamen wir Wasser eingeschänkt, welches uns auch immer wieder im Laufe des Abends nachgefüllt wurde. Top Service!

Nun also zu unserem Menü:


Als erstes gab es erfrischenden Eistee, den wir mit etwas flüssigem Süßstoff und Milch versüßten.


Als Hauptgang gab es den süßen Bär in Currysoße. Super lecker!



Und als Nachspeise versüßten wir uns den Cafébesuch mit Käsekuchen und einem Schokoladentörtchen. Wer jetzt noch nicht sabbert, dem können wir auch nicht mehr helfen!

Es gab übrigens überall stilecht die kleinen Bärchen und man konnte sich auch damit fotografieren. Und der Derp-Moment-des-Tages geht an mich, denn als ich ständig zu einem Tisch uns gegenüber starrte - sie hatten einen riesigen Bär! - kam das Mädchen schließlich zu uns herüber und setzte diesen monumental tollen Rilakkuma neben mich :D
Teilen tun die Japaner also auch gern - und so viel sei gesagt: die Zeit neben ihm war toll!


Als wir dann fertig waren, war es schon recht spät und da wir beim Meiji-Schrein noch unsere Wünsche schreiben wollten und nicht wussten, wie lange dies möglich war, entschieden wir uns, den Tag einfach in Shibuya ausklingen zu lassen und am nächsten Tag zum Meiji-Schrein zu gehen.
Daher gingen wir nochmal in den höchsten Stock des Tower Records und schauten uns eine kleine Rilakkuma-Ausstellung an.
Hier seht ihr nur einen Teil der Awesomeness!



Es gab natürlich auch vieles zu kaufen aber wir beließen es dabei und suchten dann noch die J-Pop-Abteilung auf. In den Läden hatte ich öfters zwei Lieder gehört, die ich total toll fand aber wir wussten nicht, von wem sie waren, bis mir schließlich einfiel: vielleicht ist es Kyary Pamyu Pamyu, die überall von der Werbung herab sah. Und: es war sie tatsächlich und wir kauften ihr neues Album. Und dazu gab es noch eine kleine bunte Plastikhülle mit ihr drauf geschenkt - da kauft man doch wirklich gerne ein!

Zum Abschluss noch etwas Staßenkunst, die wir auf dem Rückweg entdeckten:


Und unsere Ausbeute des heutigen Tages:


Und nicht zu vergessen: die Chips, die so wahnsinnig gut schmecken, dass wir ihnen garantiert nachtrauern werden:


Alles in allem war es also doch ein sehr ereignisreicher Tag geworden und unsere persönlichen Eindrücke wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:

Sada:
Es war ein interesanter Tag, auch wenn ich selbst nicht allzu viel eingekauft hatte, war es interessant zu beobachten wie die Verkäuferinnen in Modegeschäften mit ihren Kunden umgingen. Sowas erlebt man nicht – oder wenn überhaupt nur in extrem teuren Exklusiven Läden – in unseren Breitengraden.
Und auch ein Klischee möchte ich an dieser Stelle zerschlagen:
Es wird immer wieder erzählt, wie verrückt alle Japaner herumlaufen. Das ist so ein ausgekochter Blödsinn. Es gibt dort nicht mehr verrückt gekleidete Menschen als bei uns, sie sind einfach nur innovativer.
Auch ein angenehmer Aspekt den ich wahrgenommen hatte:
Wenn an uns einmal auch eine etwas mehr "aufgetakelte Japanerin" vorbeiging, zog sie nicht eine halbe Parfümfabrik hinter sich her, wie man es in Europa immer wieder erleben darf, wenn man überhaupt etwas wahrnehmen konnte, war es dezent und nicht störend.

Die Zeit im Kaffee war ebenfalls sehr schön und mal ein besonderes Erlebnis. Es ist toll, dass solche Kooperationen gemacht werden und es ist auch mal schön zu sehen, dass das Essen am Ende wirklich so aussieht, wie es auf den Speisekarten versprochen wird. "Entschuldigt, aber das ist mir in Deutschland noch nie passiert"
Auch sehr schön, ein Aspekt der sich immer wiederholte war, dass man zumeist Wasser gratis zum Essen dazu bekommt, und im Rilakuma Cafe, war es sogar so gewesen, dass sobald die Bedienung sah, dass ein GLas leer war, füllte sie sofort freundlich nach. "Wenn ich bedenke, dass man bei uns schon 2 Euro für nen Mini Glas Wasser bezahlen muss – wer sagt da noch, in Tokyo ist alles teuer?"
Ein weiteres Klischee ließ sich an diesem Tag ebenfalls wiederlegen.
Als wir dann im Handwerksladen waren und die ganzen Bastelsätze aus Papier bestaunen konnten, wurde ganz klar gezeigt, die Japaner stehen nicht nur auf Bling Bling und Technik, sie wollen ihre Traditionen bewahren und weitergeben. – ein Fakt der immer wieder gern untergraben wird.
Dass Susi dann den mächtigen Bör bekommen hat, war auch eine sehr süße Geste von der Japanerin und zeigte uns auch, dass nicht alle Japaner verunsichert gegenüber Nicht-Japanern sind.


Susi:
Den Derp-Moment habe ich ja bereits erwähnt - ich war wirklich seelig mit dem Bär (oder wie ich ihn nenne: Bör). Der Besuch im Café war wirklich ein Erlebnis! Diese ganzen Eindrücke sind schon bemerkenswert - überall entdeckt man etwas schönes und aufregendes und auch sehr oft völlig Neues.
Gerade in Shibuya ist nachts unheimlich viel zu erleben - und wenn man nur eine Seitenstraße weiter geht, ist doch auf einmal wieder alles viel ruhiger und hier und dort blinkt es doch. Das pulsierende Tokyo ist schön und manchmal auch verschroben aber liebenswert und so bin ich sehr froh, dass wir es auch abends erleben konnten.
Habe ich schon den Bör erwähnt? Bör!
Ach, und noch etwas für all diejenigen, die es noch nicht wussten: man zieht sich vor den Ankleidekabinen die Schuhe aus und steht dann ohne Schuhe auf einem flauschigen Teppich - das nenn ich komfortabel. Und: man zieht sich einen Beutel über den Kopf, damit kein Makeup an die Klamotten kommen...klingt seltsam, ist aber an sich sehr praktisch gedacht. Und wenn man dann das gewünschte Stück kaufen möchte, bekommt man ein vollkommen neuwertiges bereits verpacktes Kleidungsstück überreicht, dass hinten im Lager liegt. Das finde ich auch sehr schön und gibt einem nochmal ein sehr tolles Gefühl, wenn man etwas wirklich Neuwertiges bekommt :)

Donnerstag, 17. Juli 2014

Zwischen Tradition und Moderne – der Kaiserpalast, Nippon Budokan und das wohl beste Konzert, das man sich vorstellen kann

Der 15.07.2014 war bereits lange zuvor fest verplant. Nachdem wir ein wenig darum gebangt hatten, dass wir die Tickets rechtzeitig und auch zum Hotel in Asakusa geschickt bekommen, war es nun endlich soweit.
Um 18:30 sollte es beginnen, der erste Auftritt im Nippon Budokan von S/mileage.
Das Budokan selbst ist eigentlich eine Kampfsportarena, wird allerdings auch häufig für große Konzerte vor bis zu 14000 Menschen genutzt. Die Beatles spielten dort zb auch schon und auch andere weltweit bekannte Bands geben dort in Tokyo große Konzerte.

Da das Nippon Budokan selbst nicht weit weg vom Kaiserpalast ist, haben wir uns gedacht, wir können den Tag doch einfach damit koppeln.
Dazu sei gesagt, dass es nicht möglich ist den Kaiserpalast selbst zu betreten und auch der innere Garten ist an nur wenigen Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich. Dennoch ist das weitläufige Gebiet um den Palast herum einen Besuch wert und der Anblick des prächtigen Palast aus der Ferne steht ebenfalls für sich selbst.

Was uns gleich zu Beginn unseres Ausflugs aufgefallen war – der Luftdruck war so unnatürlich hoch draußen, dass es in den Ohren drückte und man sich teils selbst nur schwer verstehen konnte. Aber wir hatten viel vor und ließen uns davon natürlich nicht unterkriegen.
Mit der Metro sind wir also nach Chiyoda gefahren, welches der Teil Tokyos ist, wo sich das Budokan und der Kaiserpalast befinden.
Zuerst sind wir kurz nach Starbucks rein, weil Susi etwas Hunger bekommen hatte - mhhh, leckere Waffeln und einen Eiskaffee gab es. Sada hatte an diesem Tag einen nervösen Magen – vielleicht wegen dem Konzert? und verzichtete deshalb.

Dennoch war auch der kurze Besuch im Starbucks wieder ein kleines Erlebnis durch die direkte Erfahrung mit der japanischen Freundlichkeit.
Immer wieder kamen uns die Gedanken – Oh Gott, die sind alle so nett – die sind so niedlich – in den Kopf.

Dann suchten wir den passenden Ausgang aus der Metrostation und hockten uns vor einen Teich inmitten der Metropole und betrachteten die großen Schatten der Fische im Wasser.


Wie gesagt, mitten in der Stadt. Allerdings, was uns aufgefallen war, ist dies  der erste Teil Tokyos, der nicht von Oberleitungen wimmelte.
Selbst das letztens erwähnte – teurere Viertel – Setagaya hatte überall die verzwickten Oberleitungen.


Mit dem Rücken zum Teich und den Augen zur Straße, wohin uns unser Weg als nächstes führen sollte.


Vorbei an massiven Mauern …


… und Wasserspielen …

… bis wir das weitläufige Gebiet um den Kaiserpalast erreicht hatten.

Die Sonne knallte uns auf den Brägen, der Luftdruck machte uns beinahe taub und trotzdem ließen wir uns nicht aufhalten.
Der Rasen hatte teilweise eine sehr unechte Wirkung, weil es so fein und gleichmäßig war.
Das Betreten der Rasenflächen war auch verboten, aber auch wenn es so scheinen mochte, als wären die Bäume willkürlich gepflanzt, hatte doch alles – wie so oft in Japan – eine ganz besondere Harmonie zueinander.

Die Gehwege waren suuuuuuuuper breit:


Aber die Grünflächen noch viel mehr und ja das Grün sah wirklich so aus:


Wunderschön die Bäume oder?:


Es war ein ganz schön weiter Weg bis zum Palast:


Hinter dem Garten, konnte man die Großstadt sehen, und doch wirkte alles so ruhig:


Es waren auch gar nicht so viele Menschen unterwegs, was aber bestimmt auch am Wochentag lag:


Endlich waren wir am Palast angekommen und konnten auch ein paar Fotos machen.
Auf den Fotos wirkt das ganze nicht ganz so mystisch wie, als wenn man es mit eigenen Augen sieht, aber immer wieder fragte ich mich, wie riesig der Komplex sein muss und wie gerne ich es von nahen sehen würde. Das muss doch wirklich eine ganz eigene Welt sein, dort hinter dem Wasser, hinter den Mauern.

Wegen dem Konzert, hatten wir allerdings unsere Spiegelreflexkamera nicht dabei, also mussten unsere Smartphones herhalten, und jeder weiß, dass damit Fotos nicht immer 100% optimal sind, wenn die Beleuchtung nicht so will, wie man es eigentlich möchte

Überall standen Polizisten im Park an kleinen Hütten – auf den Fotos nun nicht zu sehen – und achteten daruf, dass niemand die Barrikaden übertritt:


Vor uns die Tradition, hinter uns die Moderne:


Überall Wasser um das Gebiet des Kaiserpalast:


Das Wetter war herrlich:


 Und dort hinten, sieht man ihn – majestätisch oder?


Als der Nachmittag vorüberzog und das Konzert nun näherrückte, verabschiedeten wir uns vom Palast und machten uns auf die Suche nach dem Budokan.
Das war nicht allzu einfach, aber wir hatten ja Karten auf Papier, Karten als Foto auf dem Handy und eine nette Gratis Offline Kartenapp.

Wir mussten komplett um den riesigen Garten herum, wieder zurück in die Stadt an sich und was mir dann auffiel, war ein Nogo – keine Getränkeautomaten … GEIL DANKE!

Naja, beim Budokan würde es ja etwas geben:

Auf dem Weg konnte Susi folgendes Bild machen, welches schon fast so aussieht, als hätte man es mit einem Programm bearbeitet und zwei ganz unterschiedliche Bilder zusammengesetzt:


Überall auf dem Weg fanden wir verschiedene Quadrate mit Blumen drauf:


Eine Brücke über die Straße brachte uns auf die andere Seite:


Endlich, wir sind richtig:


Endlich am Budokan angekommen, fanden wir eine unermessliche Zahl an Menschen vor. Gedrängel gab es eigentlich keines und viele saßen geduldig am Wegesrand und warteten darauf, dass der Einlass beginnt.
Wir hatten natürlich gar keinen Plan, ob und wo es eine Schlange gibt, denn irgendwie konnte man sich überall anstellen.
Merchandisingstände gab es natürlich auch und eigentlich wollten wir uns supercoole Leuchtstäbe kaufen, allerdings hatten wir Angst, total den Anschluss zu verlieren und am Ende gar nicht mehr reinzukommen. Wer weiß denn schon wie sowas in Japan genau funnktioniert.

Kurz darauf, sahen wir, wie jemand ein Schild mit einer großen Zwei nach oben hielt und refelxartig überprüften wir unsere Tickets, fanden eine Zwei und auch die passenden Kanji darauf vor.
Also sammeln und warten.
Die Sonne knallte noch immer, obwohl sie ja nun langsam mal untergehen könnte, aber wir wurden noch ein paar Mal freundlich vertröstet bis der Einlass endlich begann.

Dazu möchten wir noch erzählen, dass es interessant zu sehen war, aus was für Menschen die Konzertbesucher eigentlich bestanden.
Fast alles fanden wir vor.
Jungs und junge Männer, Mädchen und Frauen und auch Männer mit bereits grauen Haaren.
In Japan wird man einfach niemals zu alt für das schöne, bunte und niedliche im Leben.

Gesittet gingen wir die Treppe hinauf, zeigten unsere Tickets und fanden uns im Obergeschoss des Budokan wieder. Hier konnte man sich noch etwas zu Trinken, Eis oder zu essen kaufen – auch alles zu völlig regulären Preisen. Wer kennt es nicht, wie zu Konzerten die Preise unnormal in die Höhe getrieben werden.

Dann als wir uns selbst versorgt hatten, suchten wir den Weg in die Halle selbst. Ein netter Mitarbeiter wies uns den Weg und so fanden wir auch relativ schnell unseren Platz in den oberen Rängen.
Da der Budokan eine Kampfsportarena war, hatte jeder einen Sitzplatz, doch war uns natürlich klar, dass wenn es losgehen würde, niemand mehr sitzen wird.

Eigentlich – es wurde auch auf dem großen Bildschirm hinter der Bühne erwähnt, durfte man keine Fotos machen, aber trotz der großen Distanz und der teilweise schlechten Beleuchtung, konnten wir uns das nicht nehmen lassen.

Noch wirkt die Halle traurig leer:


Auch die oberen Ränge, füllten sich zu beginn sehr langsam unter der großen Japanflagge:


Jeder achtete auf jeden, man machte Platz, wenn jemand auf einen Sitz weiter hinten durch musste und bedankte sich, wenn man durchgelassen wurde:


Dann gab es immer wieder zwischendurch ein wenig Hello! Project Eigenwerbung von aktuellen Singles anderer Bands mit Ausschnitten aus den PVs.


Die Bühne war uns von den DVDs bereits bekannt und so kannten wir auch das große Quadrat in der Mitte, welches diesmal vom S/mileage Logo geschmückt war


Langsam wirds voll:


Ja es wird voll:


Zwei Mädchen vor uns, mit den zu den jeweiligen Bandmitgliedern passenden Farben auf Shirt und Blumenkranz:

 
Und überall erstrahlten die typischen Leuchtstäbe:


Während man darauf wartete, dass die Band auf die Bühne tritt, gab es auf dem großen Bildschirm einige Hinweise worauf man doch bitte beim Konzert achten sollte.
Nicht mit Getränken herumtanzen, beim Klatschen auf die Nachbarn achten und auch nicht zwischen den Rängen herumrennen.


 Endlich ging es los:


Zwischen den rasanten, fröhlichen und verträumten Liedern, gab es immer wieder Dialoge und Ansprachen der einzelnen Member. Die Sprachbarriere hinderte uns leider daran alles zu verstehen, doch das Publikum kam aus dem Lachen nicht mehr heraus, was einen selbst ansteckte.


Zu unserer Überraschung gab es auch Gäste.
Die Bands: berryz Koubo, Juice=Juice …


… die Bands °C-ute und …


 … Tadaaaaaaaaaaa … die Hello! project Flagschiffband: Morning Musume mit ihrer Leaderin Michishige Sayumi …
Jeder der Gastbands performte ein aktuelles Lied und schaffte es ebenfalls, das Publikum ohne Probleme mitzureißen.


In der Mitte des Konzerts, wurde das Quadrat zu einem Ring umfunktioniert – was wohl sein eigentlicher Zweck ist und das folgende rasante Medley wurde nach "Ringeinmärschen" mit einer witzigen Choreographie untermalt die einen Kampf darstellten, den am Ende alle verloren.

Angefeuert vom Referee riefen 8000 Menschen die Namen der Member, bis sie endlich wieder aufstehen konnten.
 

Das vielfältige Licht in das die Halle getaucht war, die wie eingeübten Rufe der Fans und das rythmische Schwingen der Stäbe …


Alles wirkte einfach perfekt …


Band, Ton, Licht und Fans, bildeten durchgehend eine einzige Einheit


Wir gestanden uns nach dem Konzert, dass es uns schwer fiel, die Tränen zurückzuhalten, so sehr hatte uns dieses Erlebnis berührt … es war unbeschreiblich:


Doch irgendwann, nach über zwei Stunden Power, war es leider vorbei.
Nie endender Jubel und Applaus. Viele Fans verbeugten sich noch lange Zeit nachdem die Band von der Bühne verschwunden war.


Auf dem Weg zum Ausgang, lächelte uns ein etwas älterer japanischer Fan an und das ließ einen beinahe im innersten Schmelzen …
Als wir draußen waren, konnten wir noch einmal die Menschenmassen erleben, die nun von der Halle, über den Vorhof, zu den Merchandise Ständen und über die Straße "fluteteten"


Als wir uns umdrehten, sahen wir nochmal den Banner des Konzerts:


Und neben dem Merchandisestand, noch einmal die Bilder der Band:


Wir kauften dann – wenn auch etwas zu spät – einen S/mileage Leuchtstab, den man in den verschiedenen Farben der Bandmember strahlen lassen kann – hier die Farbe von Meimei chan:


Und ein Bandshirt des Konzerts und nochmal der Leuchtstab dazu:


Nachdem wir dann die Massen verlassen hatten, gelang Susi noch ein wunderbar, surreal anmutendes Foto:


Gegessen hatten wir ja nicht viel, also kauften wir uns in der Nacht noch etwas im Lawson und ließen den wundervollen Tag ausklingen.


Hier nun noch ein paar abschließende Gedanken:


Sada:
Für mich war es mehr als ein besonderer Tag.
Nicht nur, dass ich das Konzert von Susi geschenkt bekommen hatte, es wohl das beste Konzerterlebnis war, dass ich jemals gehabt hatte – und ich habe schon viele Konzerte erlebt aus den Bereichen: Rock, Metal, Punk und Gothic. Dass ich Sayumi nun doch noch einmal live erleben durfte – wenn auch nur als Gast und kurz – es war ein Gefühl, dass über ein Konzerterlebnis hinausging und vielleicht kommt es beim Lesen des Artikels ein wenig rüber.
Ein Fan fiel mir besonders auf, vor uns stand ein Mann mit bereits grauen Haaren, er hielt zwei Leuchtstäbe in der Hand und schon vor dem Konzert war aufgefallen, dass er wohl irgendwelche Probleme mit seinem rechten Arm hatte, dieser verkrampfte sich immer wieder und im laufe des Konzerts wurde es immer heftiger. Doch ließ er sich davon nicht unterkriegen, sondern durchlebte das Konzert mit viel Leidenschaft wie wir alle.

Ich war begeistert von den Stimmen der Mädchen – die natürlich auch live gesungen hatten – und dabei noch weit besser klangen als auf den Live Blurays und Dvds die ich schon gesehen habe.
Kraft, Schönheit, Witz, und unbeschreibliche Emotionen … WOW … kann ich jemals wieder ein anderes Konzert besuchen, ohne es mit S/mileage zu vergleichen?

Natürlich war auch der Tag zuvor ein Erlebnis. Der Kaiserpalast und der gigantische Garten davor zeigte einmal wieder den Kontrast dieser Stadt / in diesem Land. Der Zwiespalt mit dem sich die Menschen Tag für Tag auseinandersetzen müssen und der Schönheit und dem ungebremsten Vortschritt der wirklich alles übersteigt, was ich mir bisher ausmalen konnte.

Susi:
Der Tag war einfach bombig! Erst der lange Weg, die Tickets zu ergattern, sich schicken zu lassen und dort anzukommen und nicht recht zu wissen, was einen erwartet...und dann: BÄM! Ist es einfach nur genial und großartig und etwas, woran man sich sein Leben lang erinnern wird.
Das Interessanteste waren für mich auch, wie die japanischen Fans eine Band feiern: alle stehen auf, alle wirbeln mit ihren Leuchtstäben und jubeln und verbeugen sich teilweise - das typische Klatschen tritt dort eher in den Hintergrund. Zudem wirken die Fans beinahe alle so, als hätten sie vorher selbst eine Performance eingeübt mit ihren Rufen und Moves, dass man wirklich das Gefühlt hat, dass das Konzert nicht nur vor einem sondern mitten um einen herum stattfindet. Da ist das Gänsehaut-Feeling vorprogrammiert.
Was ich auch interessant fand, war, dass die Gäste auch jeweils nochmal etwas vortrugen, was die einzelnen Bandmember betroffen haben musste. Es war nicht reine Werbung, sondern eben auch das Tribut zollen. Und auch dass die Band selbst sich zum Schluss bedankte, jeder für sich in mehreren Minuten der Ansprache - das hatte etwas Wunderbares und Einzigartiges.
Der Derp-Moment-des-Tages war, dass, während wir um das Gelände des Kaiserpalastes umher gingen, ständig aus irgendwelchen Lautsprechern das Lied "Tochter Zion" tönte - bei gefühlten 40 Grad, im Hochsommer...wiesooo???? Und das hatte ich noch lange als Ohrwurm später. Verstanden hab ich es dennoch nicht ö_ö


Liebe Grüße

Susi und Sada