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Dienstag, 22. Juli 2014

Mode, Pfannkuchen und der bunte Wahnsinn

 Harajuku, der Traum meiner schlaflosen Nächte! Auf diesen Tag habe ich mich besonders gefreut, denn wer sich für japanische Mode interessiert, trifft sich hier selbst mitten ins Herz.
Harajuku ist und bleibt die Station, bei der sich Modebegeisterte und Querdenker treffen, sich gegenseitig inspirieren und sich zu Tode shoppen könnten, wenn sie nur wollten.
Die Takeshita Dori, die einem sofort ins Auge fällt, wenn man aus der Bahnstation heraus tritt, lacht einem je nach Saison in ihrer schrillen Art entgegen - mit stetig wechselnden Ballonmotiven an ihrem Anfang.


Die Straße war mehr als belebt und so blieben uns kaum Augeblicke, ruhig Fotos zu schießen, daher hier nur einmal eine kleine Impression. Bunt geht es auch bei den Shopdesigns zu und zudem auch laut, denn vor den Shops preisen meist Verkäufer die aktuellen Sales an und locken ihre Kunden in die Geschäfte.


Es fing langsam an zu regnen, aber davon ließen wir uns nicht klein kriegen.


Erste Station, nachdem wir zunächst ein paar Deutsche erkannten in den Menschenmengen, war ein Purikura-Automat. Wer dies nicht kennt: man wählt einen Automaten aus, zahlt einen kleinen Geldbetrag, stellt sich hinein und lässt sich nach animierenden Aufrufen der Maschine fotografieren. Zeitgleich werden die Augen vergrößert und der Teint verbessert. Danach wählt man weiterhin, ob man noch einige bunte Motive z.B. Herzen oder Sprechblasen hinzufügen möchte und gibt dann an, wann man fertig mit der Bearbeitung ist. Dann bekommt man zwei Ausdrucke dieser Fotos. Man kann es sich wohl auch per Mail senden lassen, was super gewesen wäre, doch irgendwie bekamen wir das nicht so recht hin...nunja, dennoch war es ein kleines Erlebnis wert. Zu zweit macht es selbstverständlich mehr Spaß. Es gibt sogar Maschinen, die die Beine verlängern und die Augen auf Kulleraugengröße morphen. Alles für die Schönheit ;)

Was folgte waren Shops wie Wonder Rocket, kleinere Geschäfte, die mehrere Marken anbieten und wirklich wunderbare Sachen im Sortiment führten (sehr detailliert ausgewählt und auf ihre Kunden abgestimmt)...aber erstmal zu dem Secondhandshop, der auch Lolitas jeder Art begeistert: Closet Child.
Hier kann man kaufen und zugleich sparen - auf drei Floors erstreckt sich das Closet Child in Harajuku, wobei im ersten Floor Classic und Sweet, im zweiten Floor Gothic und im dritten Floor Casual angeboten wird. So stöberte ich mich durch und war etwas erleichtert, keines meiner Traumkleider zu finden, aber dafür tolle Accessoires! Man gibt eben doch mehr Geld aus als man manchmal möchte, aber hey, schließlich kommt man nicht jeden Tag hierher!

Im Übrigen hier mein Outfit des Tages (falls ihr es nicht wisst, hier schreibt die Susi, weil sie Spezialistin für Harajuku ist ^^), welches ich bequem gewählt habe.




Das Kleid ist von Baby the Stars shine bright, Schuhe von Bodyline, Kette von Syrup, Strumpfhose von Ophanim und die wunderhübsche Puppenbrosche von Pays des Fees (in Kollaboration mit der Künstlerin Mari Shimizu). Das Headdress ist selbstgemacht. Also ist alles, bis auf die Strumpfhose und Headpiece, von japanischen Marken. Das Outfit war übrigens super bequem und trotz Hitze gut zu tragen!

Nach der Takeshita Dori gingen wir noch ins LaForet , welches ebenso nicht fehlen darf. Wir kauften süße Sachen bei Swimmer...


...die leider nicht, aber sie waren genial! :D

Und bei Angelic Pretty gab es dann noch eine kurzärmelige Bluse und eine passende Sternentasche zu meinen ganzen Wolken- bzw. Stern-Kleidern. Damit war meine Mission sozusagen abgeschlossen und ich zwang mich, nicht noch zu sehr bei anderen Marken zu schauen...sonst wird man nur verführt. Und seine Garderobe zu perfektionieren ist manchmal besser als sich gleich wieder neue Kleider zu kaufen. Man will ja schließlich auch Abwechslung in so eine Garderobe hinein bringen.

Hier übrigens noch ein Display von h.naoto und Ghost of Harlem.


Mit gepackten Taschen bekamen wir dann aber wirklich Hunger und suchten uns diesmal ein Café aus, welches sich auf Pfannkuchen spezialisiert hatte - es hatte wieder hawaiianischen Touch, was momentan sehr in zu sein scheint:


Die Pfannkuchen waren nicht von dieser Welt! Sie waren suuuuper riesig und dick gebacken. Erst dachte ich, dass dieser hier meiner wäre...da ich Erdbeerpfannkuchen bestellt hatte.


Falsch gedacht! Ich hatte Sada den Pfannkuchen weggeschnappt. Meiner kam ein wenig später und sah so aus:


Also tauschten wir und hatten unsere Mühe diesen Berg an Awesomeness zu vertilgen. Wie kleine japanische Mädchen das schaffen, fragen wir uns bis heute.

Kurz danach gingen wir noch ins Kiddyland, welches Spielzeug auf mehreren Etagen anbietet. Da kann man sich kaum satt sehen! Da wir nicht direkt in den Verkaufsräumen Fotos machen wollten, hier nun ein paar Bilder aus dem Treppenhaus, die Bände sprechen.












Noch im Kiddyland, als die letzten Fotos geschossen werden sollten, bemerkte Sada, dass das Handy nicht mehr da ist. Panisch wurden die Taschen durchsucht und man versuchte die letzten Stunden zu rekonstruieren.
Sada gibt immer ziemlich schnell auf aber dann fiel Sada ein, dass es vielleicht im Cafe bei den Pfannkuchen sein könnte, wo wir es vergessen haben. Also schnell auf den Weg gemacht und kurz vor Schluss noch hinein und die netten Bedienungen gefragt, ob sie vielleicht Sadas Handy gesehen haben. Sie eilten sofort noch einmal zu dem Tisch wo wir gesessen haben, verschoben ihn – Fehlanzeige! – Kein Handy da.
Dennoch bedankten wir uns für die Mühe und gingen wieder nach draußen.
Ein weiteres Mal, durchkämmten wir alle Taschen und dann kam Sada eine weitere Idee: Ist es vielleicht im Kiddyland aus der Tasche gefallen?
Also beeilten wir uns, da wir wussten, dass viele Geschäfte um spätestens 21:00 schließen würden und erwischten noch einige der Angestellten, während sie den Laden fertig aufräumten.
Den Mann, der den Eingang bewachte, fragten wir sofort und erklärten ihm, wo es eventuell liegen könnte. Er bat uns um einen Augenblick Geduld und setzte sich mit seinem Funkgerät – fast in jedem Geschäft sind die Angestellten mit Funkgeräten ausgestattet – mit seinen Kollegen in Verbindung.
Ein wenig hin und her und er verschwand für einen Augenblick, nur um kurz darauf mit einer Kollegin und dem Handy zurückzukommen.
Sie hatten es bereits gefunden, in eine Folie gesteckt und ein Formular ausgefüllt, dass wir nur noch unterzeichnen mussten.

Mensch, waren wir froh, dass das Handy wieder da war.
Gar nicht wegen dem Gerät an sich – aber darauf waren hunderte von Fotos, die Morning Musume Weckertöne und natürlich vieles mehr.
Dann konnten wir uns endlich auf den Rückweg machen.

Der Aufenthalt in Harajuku war lang und ergiebig und so gingen wir mit folgenden Sachen wieder ins Hotel:


Der beste Bör der Welt, von Sada geschenkt bekommen. Whooo!




Diese Pfote vibriert! Sie ist ein Massagestab. Wie toll! Und sie ist wirklich sehr entspannend, gerade wenn man vom Tasche tragen schon ganz schräg läuft.





Und Polaroids machen immer noch Spaß :)

Unsere persönlichen Eindrücke:

Susi:
Das schonmal zuerst: Derp-of-the-day war ich, weil ich vollkommen selbstsicher Sadas Pfannkuchen essen wollte :D
Harajuku ist echt wahnsinnig toll und ich liebe es jedes Mal, wenn ich dort bin und auch Purikura könnte ich stundenlang machen. Da ist es egal, ob man totmüde aussieht, auf den kleinen Fotos sieht man aus wie frisch aus dem Ei gepellt!
Und dort das erste Mal in voller Montur und nicht nur als Tourist dort herum zu laufen und es stört niemanden, dass man etwas schräger aussieht, sondern man hört nur liebe Worte und fühlt sich wohl...dieses Gefühl ist toll. Und das werde ich definitiv noch lange in meinem Herzen mit mir herum tragen. Und Kiddyland ist sowieso der Hammer und das beste war, dass ich einen Rilakkuma bekommen habe und der ist so mega toll und weich und perfekt. Und man sollte einfach das machen, was einen glücklich macht und wenn das ein plüschiger Bär ist oder japanische Mode, dann nur zu! Who cares was andere denken. Und irgendwo in der Welt stört es niemanden und das ist gut so und diese Erkenntnis beruhigt und macht Lust darauf, etwas mehr Verrücktheit an den Tag zu legen. Man kann nur gewinnen :)

Sada:
Mensch, dass mit dem Handy kann auch wirklich nur mir passieren.
Wir sind in dem Laden, wo ich es verloren hatte und rennen erstmal durch die halbe Stadt, um dann wieder zurückzurennen.
Ich bin nicht so der Klamotten-Einkaufs-Junkie und weil die Räumlichkeiten teilweise etwas enger waren, hielt ich mich zumeist auf der Straße auf, während Susi ihr Geld verprasste.
Der Pfannkuchen war wirklich heftig und ich war selbst kurz davor, meinen nicht mehr zu schaffen – aber aufgeben gilt ja nicht und er schmeckte einfach zu gut.
Harajuku an sich, das Kiddyland und natürlich unsere Einkäufe sind etwas, was auf jedenfall in meinem Kopf bleiben wird.
In Harajuku konnte man auch das erste mal sehen, dass manch ein Japaner eben nicht nur mit "normaler" Kleidung rumläuft – entgegen dem Klischee, hielt es sich aber auch hier in Grenzen.
Was mit dem Purikura Automaten möglich ist, ist schon ein kleines Wunder, auch wenn ich mich selbst nicht getraut hatte – sind die Fotos von Susi einfach nur spitze geworden.
Zum Abschluss kann man jedoch eines hinzufügen, egal wie verrückt sich manch ein Japaner oder eine Japanerin kleidet – als westlicher Ausländer, zieht man oftmals sogar noch mehr die Aufmerksam von einzelnen auf sich.


Mit besten Grüßen

Susi und Sada


Freitag, 18. Juli 2014

Wie in einem Bären-Paradis...

Für diesen Tag hatten wir uns eigentlich zwei Sachen vorgenommen: erst nach Shibuya zu fahren und dann abends zum Meiji-Schrein zu gehen, doch es lief etwas anders als geplant.
Auf unserem Hinweg bemerkten wir, dass wir die Kamera im Hotel vergessen hatten, also seht ihr nun alles Handybilder, die jedoch wirklich super geworden sind - und so ein Handy ist ja auch schneller gezückt als eine riesige digitale Spiegelreflex-Kamera.

Als wir an der Station Shibuya ankamen, sahen wir von oben erstmal diesen Ausblick: die berühmte Kreuzung, die auch oft in Filmen über Tokyo gezeigt wird. Es hat schon etwas befremdliches, wenn auf einmal so viele Menschen auf einmal grünes Licht bekommen.



Nachdem wir dann den Ausgang gefunden hatten, was gar nicht so leicht war, erblickten wir natürlich sofort niedliche Werbung. keine Ahnung, was sie uns verkaufen wollen, aber wir würden es bestimmt gerne nehmen :D 


Kurz darauf sahen wir ebenso die bekannte Hachiko-Statue, einem Hund, der nach dem Tod seines Herrchens noch treu und stetig auf ihn wartete - Hollywood hat diese Story natürlich schmalzgetränkt verfilmt.

Unser erstes Halt war jedoch das Shibuya 109, welches beinahe jedem Mädchen das Herz schneller schlagen lassen wird. Es ist ein hohes Kaufhaus mit megamäßig tollen Geschäften und von süß bis rockig sind alle Stile vertreten. Im Eingangsbereich begrüßte uns dann auch gleich Sailor Moon, die wie einigen bereits bekannt ist, nun eine Neuauflage mit neuem Zeichenstil bekommen hat. Und was uns Sailor Moon auch ankündigte: es ist Sale!


Im Shibuya 109 selbst machten wir keine Bilder, da meist höflich darauf hingewiesen wird, dies nicht zu tun. Aber das Shoppingherz machte kleine Luftsprünge, so viel sei gesagt. Es war traumhaft :)

Nach einiger Zeit waren wir dann mit Tüten beladen und im Herzen seelig und machten uns auf die Suche nach einem zweiten Geschäft: Tokyu Hands. Dieses Geschäft hat sich auf all das spezialisiert, was man mit seinen Händen hobbymäßig so anstellen kann.
Auf unserem Weg dorthin begegneten wir riesigen Bären und Godzilla:



Im Geschäft angekommen suchten wir ein wenig herum und fanden dies hier:


Viele Tierchen konnte man aus Papierbögen zusammensetzen. Einen ganzen Zoo hätte man so gestalten können.


Und auch winzige Miniaturen aus dickerem Papier ließen uns staunen - so filigran und zeitgleich so detailreich, dass es einem die Sprache verschlägt.

Doch dann folgte das Highlight unseres Tages: ein Besuch im Rilakkuma Café! Tower Records ist ein Musikgeschäft, was in seiner zweiten Etage anscheinend immer mal wieder das Thema seines Cafés ändert und circa zwei Monate sollte dieses Thema nun Rilakkuma, der kleine Bär, sein. Rilakkuma ist einfach genial, weil er ein sehr relaxter Bär ist, der entweder schläft, oder...schläft...oder sich rumräkelt und vielleicht auch mal isst...um dann wieder zu schlafen. Also: nichts wie hin!
Zunächst einmal mussten wir vor dem Eingang kurz warten, dass ein Tisch frei wird. Die Wartezeit war aber nicht einmal 5 Minuten lang und schon saßen wir auf bequemen Sesseln bzw. einer Couch und sahen uns das Menü an. Wir entschieden uns für ein Rundum-Paket mit Getränk, Hauptgang und Nachspeise. Noch bevor wir bestellen konnten, bekamen wir Wasser eingeschänkt, welches uns auch immer wieder im Laufe des Abends nachgefüllt wurde. Top Service!

Nun also zu unserem Menü:


Als erstes gab es erfrischenden Eistee, den wir mit etwas flüssigem Süßstoff und Milch versüßten.


Als Hauptgang gab es den süßen Bär in Currysoße. Super lecker!



Und als Nachspeise versüßten wir uns den Cafébesuch mit Käsekuchen und einem Schokoladentörtchen. Wer jetzt noch nicht sabbert, dem können wir auch nicht mehr helfen!

Es gab übrigens überall stilecht die kleinen Bärchen und man konnte sich auch damit fotografieren. Und der Derp-Moment-des-Tages geht an mich, denn als ich ständig zu einem Tisch uns gegenüber starrte - sie hatten einen riesigen Bär! - kam das Mädchen schließlich zu uns herüber und setzte diesen monumental tollen Rilakkuma neben mich :D
Teilen tun die Japaner also auch gern - und so viel sei gesagt: die Zeit neben ihm war toll!


Als wir dann fertig waren, war es schon recht spät und da wir beim Meiji-Schrein noch unsere Wünsche schreiben wollten und nicht wussten, wie lange dies möglich war, entschieden wir uns, den Tag einfach in Shibuya ausklingen zu lassen und am nächsten Tag zum Meiji-Schrein zu gehen.
Daher gingen wir nochmal in den höchsten Stock des Tower Records und schauten uns eine kleine Rilakkuma-Ausstellung an.
Hier seht ihr nur einen Teil der Awesomeness!



Es gab natürlich auch vieles zu kaufen aber wir beließen es dabei und suchten dann noch die J-Pop-Abteilung auf. In den Läden hatte ich öfters zwei Lieder gehört, die ich total toll fand aber wir wussten nicht, von wem sie waren, bis mir schließlich einfiel: vielleicht ist es Kyary Pamyu Pamyu, die überall von der Werbung herab sah. Und: es war sie tatsächlich und wir kauften ihr neues Album. Und dazu gab es noch eine kleine bunte Plastikhülle mit ihr drauf geschenkt - da kauft man doch wirklich gerne ein!

Zum Abschluss noch etwas Staßenkunst, die wir auf dem Rückweg entdeckten:


Und unsere Ausbeute des heutigen Tages:


Und nicht zu vergessen: die Chips, die so wahnsinnig gut schmecken, dass wir ihnen garantiert nachtrauern werden:


Alles in allem war es also doch ein sehr ereignisreicher Tag geworden und unsere persönlichen Eindrücke wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:

Sada:
Es war ein interesanter Tag, auch wenn ich selbst nicht allzu viel eingekauft hatte, war es interessant zu beobachten wie die Verkäuferinnen in Modegeschäften mit ihren Kunden umgingen. Sowas erlebt man nicht – oder wenn überhaupt nur in extrem teuren Exklusiven Läden – in unseren Breitengraden.
Und auch ein Klischee möchte ich an dieser Stelle zerschlagen:
Es wird immer wieder erzählt, wie verrückt alle Japaner herumlaufen. Das ist so ein ausgekochter Blödsinn. Es gibt dort nicht mehr verrückt gekleidete Menschen als bei uns, sie sind einfach nur innovativer.
Auch ein angenehmer Aspekt den ich wahrgenommen hatte:
Wenn an uns einmal auch eine etwas mehr "aufgetakelte Japanerin" vorbeiging, zog sie nicht eine halbe Parfümfabrik hinter sich her, wie man es in Europa immer wieder erleben darf, wenn man überhaupt etwas wahrnehmen konnte, war es dezent und nicht störend.

Die Zeit im Kaffee war ebenfalls sehr schön und mal ein besonderes Erlebnis. Es ist toll, dass solche Kooperationen gemacht werden und es ist auch mal schön zu sehen, dass das Essen am Ende wirklich so aussieht, wie es auf den Speisekarten versprochen wird. "Entschuldigt, aber das ist mir in Deutschland noch nie passiert"
Auch sehr schön, ein Aspekt der sich immer wiederholte war, dass man zumeist Wasser gratis zum Essen dazu bekommt, und im Rilakuma Cafe, war es sogar so gewesen, dass sobald die Bedienung sah, dass ein GLas leer war, füllte sie sofort freundlich nach. "Wenn ich bedenke, dass man bei uns schon 2 Euro für nen Mini Glas Wasser bezahlen muss – wer sagt da noch, in Tokyo ist alles teuer?"
Ein weiteres Klischee ließ sich an diesem Tag ebenfalls wiederlegen.
Als wir dann im Handwerksladen waren und die ganzen Bastelsätze aus Papier bestaunen konnten, wurde ganz klar gezeigt, die Japaner stehen nicht nur auf Bling Bling und Technik, sie wollen ihre Traditionen bewahren und weitergeben. – ein Fakt der immer wieder gern untergraben wird.
Dass Susi dann den mächtigen Bör bekommen hat, war auch eine sehr süße Geste von der Japanerin und zeigte uns auch, dass nicht alle Japaner verunsichert gegenüber Nicht-Japanern sind.


Susi:
Den Derp-Moment habe ich ja bereits erwähnt - ich war wirklich seelig mit dem Bär (oder wie ich ihn nenne: Bör). Der Besuch im Café war wirklich ein Erlebnis! Diese ganzen Eindrücke sind schon bemerkenswert - überall entdeckt man etwas schönes und aufregendes und auch sehr oft völlig Neues.
Gerade in Shibuya ist nachts unheimlich viel zu erleben - und wenn man nur eine Seitenstraße weiter geht, ist doch auf einmal wieder alles viel ruhiger und hier und dort blinkt es doch. Das pulsierende Tokyo ist schön und manchmal auch verschroben aber liebenswert und so bin ich sehr froh, dass wir es auch abends erleben konnten.
Habe ich schon den Bör erwähnt? Bör!
Ach, und noch etwas für all diejenigen, die es noch nicht wussten: man zieht sich vor den Ankleidekabinen die Schuhe aus und steht dann ohne Schuhe auf einem flauschigen Teppich - das nenn ich komfortabel. Und: man zieht sich einen Beutel über den Kopf, damit kein Makeup an die Klamotten kommen...klingt seltsam, ist aber an sich sehr praktisch gedacht. Und wenn man dann das gewünschte Stück kaufen möchte, bekommt man ein vollkommen neuwertiges bereits verpacktes Kleidungsstück überreicht, dass hinten im Lager liegt. Das finde ich auch sehr schön und gibt einem nochmal ein sehr tolles Gefühl, wenn man etwas wirklich Neuwertiges bekommt :)

Sonntag, 13. Juli 2014

Eine Odyssee durch Tokyo - mit lächelnden Frauen, Süßkram und stille Augenblicke am Fluss

Wir wollten uns ja eigentlich einen ruhigen Tag machen, da das viele Rumlaufen eben doch auf die Dauer gesehen ganz schön schlaucht. Also gingen wir erst recht spät los und nahmen uns vor, zu einem kleineren Park in der Nähe zu gehen. Gesagt, getan - unser Weg war gemütlich und hier und dort ließen sich einige fotografische Motiv-Perlen entdecken:


An jeder Ecke begegneten uns Fahrräder, die hier wohl sehr beliebt sein müssen. Ganze Meere von Fahrrädern breiten sich praktisch vor uns aus in diesem kleinen Teil der Stadt und irgendwie ist es manchmal etwas schwer, die Verkehrsregeln zu verstehen, aber da die Fahrradfahrer allgemein eher gemütlich fahren, ist das kein allzu großes Problem für uns.


Auch vielerlei Plakate sind an vielen Häusern zu sehen, die hier mehr Zeichnungen als Fotos enthalten und anscheinend sowohl lokale als auch regionale Ereignisse und Events anpreisen.


Die Polizei, unser Freund und Helfer, hat uns schon einmal freundlich zugenickt und fährt auch öfters mit dem Rad - sportlich, sportlich! Oder, um es mit Sadas Worten zu sagen: Geil, danke! :D


Und sowieso kommt uns hier vielerlei architektonisches Allerlei unter die Nase - mal typisch japanisch, mal sehr westlich geprägt, man findet hier einfach irgendwie alles in den Baustilen.

Nachdem wir uns dann unserem Ziel näherten, merkten wir, dass wir irgendwie nicht so richtig peilten, wo es nun genau weiter ging - also erstmal in eine Richtung laufen, die wir schon kannten: Asakusa. Nachdem wir uns dann mit dem Ziehen unseres Glücks (wie wir bereits berichtet haben) ein wenig die Zeit vertrieben haben, probierten wir gecrushtes Eis mit Pfirsichgeschmack:






Nein, ich hab nicht beide bekommen, natürlich hat jeder eins abgekriegt :D
So schlenderten wir noch ein Weilchen den Hauptweg entlang und kauften uns dort Origami-Papier und Postkarten für die Lieben zu Hause und zwei wunderschöne Stäbchen. Hier mal eine kleine Impression dieses Hauptweges, welcher sich zum Tempel hinzieht:


Kurzum sei gesagt, dass wir dort, wo wir einen Park vermuteten, nicht hinein gehen konnten, da alles durch Tore verschlossen war. Daher sind wir auf die Suche nach einem Origami-Laden gegangen, den wir letztendlich aber auch nicht gefunden haben - Tokyo ist eben doch sehr verwirrend mit seinem Straßensystem. Was uns aber auf dem Weg begegnete, waren zahlreiche menschengroße Bandai-Figuren, die zu einem Museum gehörten, was ebenso geschlossen war wie der Park - also nix mit Ansehen...naja, dach einem weiteren Aufenthaltafür konnten wir auf der Suche nach Essen dann zwei schlafende Katzen entdecken, die sich nicht darum kümmerten, dass um sie herum das Stadtleben tobte:





Da die beiden Katzen in der Nähe des Sumida-Flusses lagen, gönnten wir uns dort eine kleine Verschnaufpause:




Die Suche nach etwas zu Essen gestaltete sich wie immer gar nicht so leicht, da es einfach zu viele tolle Dinge dort gibt, die man gerne einmal probieren möchte. So gingen wir letztendlich zu einem kleinen Laden, der von der Hauptstraße nicht so leicht einzusehen war und aßen dort das erste Mal so richtig Ramen - bleibt zu sagen: lecker!
Gestärkt und super satt gingen wir dann noch zu einem Kaufhaus, um uns dort zwei hölzerne Reisschüsseln und einen breiteren Löffel zu kaufen und danach den hauseigenen Supermarkt zu plündern, diesmal gabs Toast, Blaubeermarmelade und tolle Süßigkeiten. Meiji-Schokolade ist und bleibt nunmal die beste!
Und unsere Ausbeute sah dieses Mal folgendermaßen aus:


Die Schokoladenpilze haben wir abends noch probiert und waren erstaunt, dass man sogar aus der Verpackung eine kleine Action-Roboter-Figur basteln kann - das ist doch mal eine sinnvolle Idee ;)

Alles in allem war unser "ruhiger" Tag dann also doch um einiges anstrengender aber auch aufregender als gedacht.
Nun noch unsere persönlichen Gedanken:

Sada:
Auch wenn der Tag nicht so erholsam gewesen ist, wie er eigentlich geplant war, verlief doch alles ein weniger ruhiger – aber auch zielloser als die Tage zuvor.
Ich kann mich auch wiederholt an den Eigenheiten dieser Stadt nicht satt sehen und diese Extreme die an jeder Ecke scheinbar aufeinanderprallen, machen jede 100 Meter Spaziergang zu einem Abenteuer.
Auf jeden Fall, das haben wir uns vorgenommen, wird unser nächster Tokyo-Aufenhalt mit mehr Sprachkenntnissen erfolgen, denn irgendwie ist es ein wenig schade, dass man sich, auch wenn man oftmals versteht was gemeint ist, nicht richtig einbringen kann in Restaurants oder einfach beim Einkaufen.
Ein persönlich sehr süßer Augenblick war für mich, als wir auf dem Rückweg zum Hotel waren, und an einem meiner geliebten Getränkeautomaten etwas zu Trinken kaufen wollten.
Ich wühlte in meinem Portemonnaie mein Kleingeld zusammen und hinter uns stand eine japanische Frau mit ihrem Fahrrad und auch ohne hinzusehen, konnte man spüren wie sie sich über mein wühlen amüsierte.
Als ich dann endlich das Geld zusammen hatte, die Flasche aus dem Fach zog, drehte ich mich zu ihr um und mit einem breiten Grinsen verbeugte sie sich vor uns mehrfach und fuhr davon. Ebenfalls mit einer kleinen Verbeugung verabschiedeten wir uns von der Fremden und gingen zurück ins Hotel.
Ein zweites Mal im Herz von Asakusa und ein zweites mal ein ganz anderes Bild erlangt, so als wenn wir nie zuvor da gewesen wären.

Ich für meinen Teil, komme relativ gut mit den bisher erlernten EIgenheiten zurecht, schwer ist es nur, da jedes kleine Restaurant eine ganz andere Art von Umgangsform verlangt.
Mal bestellt man sein Essen am Automaten, manchmal am Tresen und geht zu seinem Platz. Dann gibt es Restaurants wo man einen Platz zugewiesen bekommt, oder man wird wie bekannt an seinem Tisch bedient.
Am besten man schaut sich vorher kurz an, wie die anderen Gäste es machen :D


Susi:
Das langsame Spazieren gehen und die Gegend erkunden hat mir am besten gefallen. So sieht man zwar Gegenden, die man bereits gesehen hat, doch nimmt diese noch einmal ganz anders wahr und das gefällt mir, insbesondere, wenn man sich auf interessante Fotomotive konzentriert, die hier wirklich an jeder Ecke lauern. Die Rückkehr in den Supermarkt nach 6 Jahren war auch toll - irgendwie war alles so wie vorher und seltsamerweise so bekannt. Aufs Postkarten-Schreiben freue ich mich jetzt auch schon :)
Und der Derp-of-the-Day-Moment war dieses Mal, dass, während wir genüsslich unsere Ramen schlürften, nebenbei im Fernseher groß und breit eine Seelöwen-Geburt gezeigt wurde, während kleine Gesichter daneben anzeigten, ob sie dieses nun eher süß oder nicht so toll fanden. Uns hat es auf jeden Fall nicht den Appetit verdorben - aber befremdlich ist es schon ^^°

Somit verbleiben wir müde und um tolle Erlebnisse bereichert

Sada & Susi