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Mittwoch, 27. Juli 2016

Schwanen-Boote,Maids und japanisches Abwasser

Gestern beschlossen wir, den Tag in Ueno zu beginnen. ich wollte dort für Sada einen Ring kaufen und dann wollten wir zusammen zu dem See beim Ueno-Park gehen, wo man mit Tretbooten fahren kann. Wir brachen nachmittags auf und erreichten auch schnell zu Fuß Ueno und gingen ins OIOI. Als der Einkauf erledigt war, kaufte ich uns noch leckere Brötchen in Pandaform und Schildkrötenform. Dann gingen wir zum See, vorbei an zahlreichen Essensständen, die dort aufgebaut waren. Alles roch unglaublich lecker und wurde immer frisch zubereitet. Vor uns ging ein japanisches Pärchen, welches uns nach unserer Fahrt auf dem See noch einmal begegnen sollte.







Am See angelangt entschieden wir uns für eine halbe Stunde Fahrt mit dem Boot in Schwanenform. Wir bezahlten also am Automaten, bekamen ein Ticket und gaben dies an den Mann weiter, der das Boot bereits für uns bereit gestellt hatte. Wir bekamen einen dunkelpinken Schwan, setzten uns hinein und paddelten los. Zu dem Zeitpunkt waren so einige weitere Boote unterwegs. Wir manövrierten uns aber sehr gut an allen Booten vorbei und fuhren weit hinaus auf den See. Dort aßen wir unsere Brötchen und genossen den Augenblick.
So langsam wurde der See leerer und wir achteten darauf, dass auch wir unsere 30 Minuten nicht überschritten.

Wir gingen dann den Weg zurück, den wir gekommen waren, vorbei an Karpfen und Schildkröten, die im Wasser gemächlich herumtrieben. Wieder vorbei an den Essensständen hörten wir auf einmal ein Geräusch und drehten uns um. Eine Absperrung war umgefallen, doch nicht einfach nur so, nein, sie wurde wohl umgetreten. Und zwar von niemand anderem als der Frau des japanischen Pärchens, dass uns am Anfang über den Weg gelaufen war. Diese besagte Frau schleuderte ohne ein Wort ihren Regenschirm herum, sodass er kaputt ging und jagte dann, ebenso wortlos, dem Mann hinterher. Ihre Absicht war klar: den Kerl irgendwie kriegen und ihm Schmerz zufügen. Er nahm dann auch reißaus und wurde sie zumindest kurz los, da sie etwas dicker war und nicht so schnell hinterher kam. Wie das Ganze ausging, wissen wir natürlich nicht...



Wir gingen dann weiter Richtung Akihabara, da wir dort zum Hello Project Shop wollten, um einen Gutschein einzulösen, und dann ins Maid Café gehen wollten, um unsere Karten mit Stempeln langsam voll zu bekommen. Den HP Shop erreichten wir auch recht schnell und ließen dort nach reichlicher Überlegung auch einiges an Geld. Doch dies lohnte sich zu 100 Prozent!






Da wir knapp über 10000 Yen ausgegeben hatten, konnten wir uns 10 Fotos aussuchen die es dann gratis dazu gab. Und zu einem Hello Project Diary, gab es dann auch wieder ein Gratisfoto, das man sich aussuchen konnte… wir wählten Eripon.
Eingekauft wurden Buttons, Ein Haruna Ogata Tuch, ein Haruna Fächer,  Das Diary und ein Umschlag, ein neues C-ute Schlüsselband  uvm. auch am Kapselautomat haben wir 600 Yen eingeworfen und bekamen 2 kleine Fotoaufkleber, welche wieder benutzt werden, um den Deckel vom Notebook ein wenig abzupolstern wenn er zugeklappt ist.



Danach machten wir uns auf den Weg zum @home Café, wo wir auch bei unserem letzten Besuch waren. Bereits beim Hineingehen gaben wir unsere Mitgliedskarten ab, die wir damals bekommen hatten und ernteten einen Stempel für unseren Besuch. Sofort wurden wir freundlich von den Maids begrüßt und zu unserem Tisch geführt. Dort wurde uns alles erklärt und wir verstanden sogar das Japanisch recht gut. Die Maids gaben sich dennoch alle Mühe, auch etwas Englisch zu sprechen, wenn möglich. Wir bestellten beide jeweils einen Eisbecher und warteten auf unsere Bestellung. Währenddessen kamen auch andere Maids an unseren Tisch und verwickelten uns in Gespräche, interessierten sich für Sadas HP Sachen und meinen Liz Lisa Rucksack und waren einfach zauberhaft. Schnell erhielten wir dann auch unser Eis und genossen es in vollen Zügen.
Als wir fertig waren, bekamen wir Glowsticks in Herzform überreicht mit der Aussage, dass bald eine kleine Show starten sollte, die wir dann anfeuern könnten. Gespannt warteten wir ein Weilchen, dann wurde es dunkel und vier Maids traten auf die kleine Bühne, erzählten kurz etwas und fingen dann an, einen Song zu singen und zu tanzen. Wir alle feuerten sie wie gewünscht natürlich an und waren sehr überrascht von der wirklich tollen Performance, auch gerade weil wir nicht damit gerechnet hatten. Als wir dann wieder gingen, wurden wir verabschiedet und eine Maid brachte uns sogar noch ein kleines Geschenk hinterher, nämlich zwei Paar Ohashi (Essstäbchen).



Danach gingen wir dann in Richtung Uguisudani, um dort richtig Abendbrot zu essen. Wir fanden auch einen schönen kleinen Laden. Das Überraschende war, dass dort auch heißes Wasser zu bekommen war, natürlich kostenlos, genau wie das kalte Wasser, was man zu jedem Essen dazu bekommt. Dies war sozusagen Abwasser, nämlich das Wasser vom Kochen von Sobanudeln. Es schmeckte wirklich gut. Wer hätte das gedacht?



So schlenderten wir dann wieder zurück zu unserem Hotel und ließen den Abend langsam in den Straßen Asakusas ausklingen.

Uguisudani Ueno Akihabara Harajuku

An diesem Tag hatten wir uns dazu entschlossen, den Tag weitgehend getrennt voneinander zu verbringen. Also machten wir uns getrennt auf den Weg und Susi machte sich auf nach Harajuku – dazu später dann mehr, und ich ging in Richtung Ueno und von dort nach Akihabara.

Unsere Wege trennten sich also an der Uguisudani Station und so machte ich mich gemütlich auf den Weg in Richtung Ueno Park. Das Wetter spielte mit, es war angenehm warm – und nicht zu heiß – und die Sonne schien.
Als ich im Park angekommen war, hockte ich mich ein wenig vor das große Becken mit den vielen Fontainen, die abwechselnd verschieden stark das Wasser laut rauschend in die Luft schossen.






Ich nutzte die Zeit, wie so oft, um ein paar Bilder zu machen und inmitten der zahlreichen Menschen hockte ich auf der Mauer und lernte ein wenig weiter meine Kanji.
Ich weiß nicht genau wie lange ich dort saß, aber es sollte einige Zeit vergehen.

Dann begab ich mich weiter in den Park hinein, und holte mir an einem Automaten eine Flasche Tee.
Von dort oben konnte ich auch hinunter zur Ueno Station sehen, wo die Straßen schon recht gut mit Menschen gefüllt waren.
Also weiter ging es, nun die große Treppe hinunter am Yodobashi Camera vorbei, hinein ins OIOI.
Das hat auch gar nichts mit Punks zu tun ;) ist einfach ein 11 stöckiges Einkaufszentrum mit Klamotten, Schmuck usw … Dort kaufte ich mit ein wenig Beratung einen Ring für Susi und dann ging es wieder raus.
Dann ging ich über die breite Straße zur Ueno Station und holte mir in der großen Bäckerei ein Melonpan in Schildkrötenform, weil man ja auch ein wenig was essen muss.

Wohin nun? Bisher war ich nie alleine durch die Straßen von Tokyo gelaufen, also ging ich links vom OIOI eine Treppe hinauf und setzte mich vor dem Bühneneingang eines großen Theaters wieder auf eine Mauer, und lernte weitere Kanji am Handy.







Irgendwann tat mir aber der Rücken weh, und so machte ich mich daran, die Nebenstraßen von Ueno ein wenig zu erkunden.
Ueno zieht sich ziemlich in die Länge und in vielen der Seitenstraßen fand ich unzählige Schmuckgeschäfte, die mit Sommersales lockten.

Aber ich hatte vorerst genug Geld ausgegeben in dieser Zeit also ging ich noch einige Bögen und machte Fotos. Was mir aufgefallen war, ich war einigen arabisch stämmigen über den Weg gelaufen und auch ein arabisches Kulturzentrum fand ich.

Dann war es aber Zeit weiter zu gehen, und so ging es nun auf nach Akihabara, was keine 30 Minuten zu Fuß mehr von mir entfernt sein sollte.
Auch hier benutzte ich zumeist die Nebenstraßen, und vertraute auch ein wenig auf meine Erinnerung vom letzten Mal und ja, ich fand auch auf Anhieb das große Gebäude, in dessen 6. Stock sich der offizielle Hello Project Shop befand.
Also auf zum Fahrstuhl und nach oben.
Bis auf die Dekoration und die ausgestellten Kleider, hatte sich der Laden seit dem letzten Mal nicht groß verändert, und noch immer war es schwierig das richtige zu finden. Die Preise gehen schon in Ordnung, aber die Auswahl ist groß, manches auch vergriffen und auch Kleinvieh macht Mist und kann sich ganz schön summieren.
Naja, so viel kaufte ich dann auch nicht, also neue Buttons, ein Wada Ayaka Buch und eine Maachan Plakette zum Aufstellen / Aufhängen.
Dinge, die die Welt nicht braucht, aber ich will es ;)

Als ich bezahlen wollte, konnte ich mir noch eines von drei Fotos aussuchen – man bekommt immer ein Foto, wenn man ein Buch kauft, und dann durfte ich da ich ca. 3000 Yen ausgegeben hatte, mir noch 3 Bilder von einer großen Liste aussuchen. Gesagt, getan.




So schnell wollte ich den Laden nun aber auch nicht verlassen, und so setzte ich mich noch auf einen der Hocker und schaute mit einigen anderen noch ein wenig ein Live Concert von Cute, welches dort auf eine Leinwand projiziert wurde. Es ist eigentlich echt süß wie das Ganze eingerichtet war, wie ein kleiner Konzertsaal nur eben mit Hockern, aber sogar einer Absperrung zur "Bühne" hin

Dann machte ich mich wieder auf den Weg nach draußen, so langsam ging auch die Sonne unter und während ich auch hier einen Bogen durch den Bezirk machte, merkte ich, dass es gar nicht so weit vom "Schuss" wirklich sehr ruhig war. Man traf gar nicht mehr so häufig auf das Akhibarara typische Entertainment und begegnete hauptsächlich Männern in Anzügen.






Bei dem Bogen in Richtung Akihabara Station kam ich noch am @home Maidcafe vorbei, was heute aber nicht mein Ziel sei sollte, denn langsam ging es in Richtung 20:00 und da hatten wir vor, uns beim Skytree zu treffen.

Ich machte mich also auf den Rückweg, nun aber eine ganz andere Richtung kreuz und quer durch die Seitenstraßen und vorbei an kleineren Schreinen wo ich an dreien von ihnen eine kurze Zeit verweilte, einige Münzen warf und  etwas Zeit für mich verbrachte.
Im Allgemeinen habe ich die Tempel und Schreine lieben gelernt und auch wenn ich ansonsten kein gottesfürchtiger Mensch bin, kein Interesse an Kirchengängen habe, gefällt und hilft mir der Gedanke überall kleine Orte zu finden, wo man sich einer anderen Kraft hingeben kann.






Um 19:20 war ich dann auch am Skytree, nachdem ich auf dem Weg dorthin in der Dunkelheit noch zahlreiche faszinierende Fotos von diesem unglaublichen Ort gemacht hatte.
Nun hieß es warten bis 20:00.



Ich war wie gesagt den Tag in Harajuku unterwegs. Ich hatte gelesen, dass Sales sein sollten und im Besonderen auch der Sale im Laforet, was ein ganz persönliches Highlight werden sollte!
Ich fuhr also ca. 25 Minuten mit der Yamanote Line direkt nach Harajuku, stieg mit den ganzen Modebegeisterten aus und freute mich, den vertrauten Eingang zur Takeshita Dori zu sehen. Wie immer war dieser mit bunten Ballons geschmückt. Zeitgleich begrüßte mich wummernde Musik eines bereits etwas älteren Modefans. Endlich Harajuku!

Ich begab mich erst nach und nach in kleinere Geschäfte, unter anderem auch Wego und Wonderrocket und sah mich zunächst um, bevor ich begann nach und nach meine Shoppingtaschen zu füllen. Die Takeshita Dori war wie gewohnt voll und wuselig und dennoch riss sie einen mit und lud dennoch zum Verweilen ein.



Dann erreichte ich endlich Closet Child und sah mich dort um. Im Gegensatz zum letzten Besuch dort, waren diesmal wirklich einige Schmuckstücke dort vorhanden. Mir blieb fast der Atem stehen, als ich das Fragrant Rose von Baby the Stars shine bright dort hängen sah. Leider war es aber die schwarze Version und dann auch für 56000 Yen und ich wollte ehrlich gesagt diesmal ein wenig mehr Quantität haben beim Shopping. Daher entschloss ich mich dann doch, dieses Kleid hängen zu lassen. Wäre es eine andere Farbe gewesen, dann wäre das wohl anders ausgegangen ;)

Nach Closet Child packte mich der Hunger - also endlich einen leckeren Crepe bestellen! Ich nahm einen gefüllt mit Erdbeereis und Banane und er schmeckte sagenhaft gut!



Dann ging es weiter, immer wieder in Läden hinein und heraus, immer wieder noch ein süßes Teil findend. Sale war wirklich fast überall! Es war unglaublich und mein Shoppingherz hatte, was es wollte. Für Sada hatte ich natürlich auch zwei kleine Überraschungen geholt :)

Dann bog ich rechts ab, um mich langsam in Richtung Laforet zu machen. Vorher machte ich noch einen Abstecher im Kinji, einem Second Hand Shop, der wirklich grandios ist und im Bubbles Shop, der auch insbesondere Larme Mode verkauft. Dort war ich ganz begeistert von den süßen Shopgirls, die unglaublich nett und aufmerksam waren. Ich kaufte mir dort ein paar schwarze Lack-Plateausandalen, die unglaublich süß sind!

Nun hatte ich bereits 2 riesige Shoppingtaschen und machte mich ins Laforet. Hätte ich gewusst, was dort los ist, wäre ich dort wohl ohne das riesige Gepäck hingegangen. Laforet hatte seinen Grand Bazar und das heißt: Schnäppchen ohne Ende, Menschenmassen ohne Ende, schreiende Verkäufer, die ihre Sales anpreisen ohne Ende. Es war der Wahnsinn! Sich in Ruhe umzusehen war nicht möglich, bei Angelic Pretty kam man gar nicht durch...was ich dort aber sehen konnte, war auch nicht wirklich etwas für mich dabei. Dann machte ich mich zum Alice and the Pirates Shop und zwischen den zig Stangen mit unglaublich tollen Deals hing es dann: ein Traum in hellgrün und aufgestickten Blüten und ich griff es mir schnell bevor es sich jemand anderes schnappen konnte und hielt es fest, bis ich mich bei den anderen Sachen ranquetschen konnte. Da wurden wirklich teilweise 10 Kleider von den Lolitas um mich rum gekauft. Und auch mein Kleid, bei dem es dann letztendlich blieb, gab es unglaubliche 70% Rabatt!!


Kurz schmiss ich mich noch in den Sale von Axes Femme und ergatterte weitere wunderschöne Teile, bevor ich dann nach kurzem Aufatmen aus dem Laforet verschwand. Bei Swimmer hätte ich gerne noch einmal geschaut, doch war in dem engen Shop kein Durchkommen, schon gar nicht mit meinen 3 mega vollen Tüten!

Der letzte Shop auf meiner Liste war der reguläre Baby the Stars shine bright Shop, der sich etwas weiter die Straße runter befindet. Auch dort war ich begeistert von den liegen Shopgirls, bekam eine Rabattkarte und kaufte ein passendes Headpiece + Brosche für mein neues Kleid.



Dann begab ich mich zur Omotesando Station und fuhr mit der Linie direkt zum Skytree durch. Dort aß ich dann, weil ich zu früh dran war, noch einen leckeren Taiyaki, beobachtete den heute blauen Skytree fasziniert und wartete auf Sada.



Zusammen verbrachten wir den Abend dann auf dem Skytree, starrten hinunter auf die strahlende Stadt und hatten einen weiteren ganz besonderen persönlichen Augenblick für uns.
Wenn man einmal dort oben ist, möchte man gar nicht wieder gehen, doch irgendwann bleibt einem nichts anderes übrig, denn gegen 22:00 Uhr ist dort nämlich Ende und man sollte sich so allmählich zum Ausgang begeben.








Doch auch von unten – wir gingen nahe um den Skytree herum, ist es ein unfassbarer Anblick und ein garant für Nackenstarre.

Auf dem Weg zurück zum Hotel gingen wir zuerst in die falsche Richtung und entfernten uns so immmer weiter von unserem Ziel. Es war schon ein wenig befremdlich sich dort zu verlaufen und einen fast leeren Handyakku zu haben.
Der Skytree diente allerdings als Orientierung, und so fanden wir dann schlussendlich doch noch den Weg zurück.

Gegessen haben wir wieder in einer kleinen Bar nahe des Skytree.
Sie gehört zu einer kleinen Kette die sich übersetzt Pinienbaum nennt.
Das Essen war wie immer klasse und wir danach satt .



Dieses Glas kaufte Susann mir im oberen Skytreeshop.

Normal ist der aufdruck weiß, aber wenn man etwas kaltes hineinfüllt, wird es pink.
Auserdem, ist es streng limitiert und gibt es nur dort oben :)




Ahso … nachdem wir unsere Taschen ins Hotel gebracht hatten, gingen wir noch einmal zu einem kleinen Schrein um die Ecke und beteten gemeinsam für unsere Zukunft, unsere Stärke und unsere Träume.


Laut meinem Schrittzähler bin ich 22,82 km gelaufen. :) was Susann in harajuku abgerannt ist, wissen wir nicht, aber auch so ist es eine stolze Zahl :)


Sonntag, 24. Juli 2016

Wieder Zuhause in Tokyo

Hallo da sind wir wieder. Nach einem Tag aussetzen, wollen wir nun über unseren Aufenthalt Tag zwei in Osaka und die Rückfahrt nach Tokyo berichten.

Nachdem wir uns einen Wecker gestellt hatten, machten wir uns mit dem Zug in Richtung Shinsaibashi. Das Orix Theater – wo die Konzerte stattfinden sollten – war auch gar nicht weit weg, doch dauerte es noch einige Zeit bis zum Einlass, und wir wollten dem Hello! Project Store Osaka einen Besuch abstatten.






Mehrere Probleme sollten auf uns zukommen. Erstens,war es pervers heiß in Osaka. Die Sonne knallte, kein Lüftchen wehte und der Luftdruck war wunderbar hoch.
Dann waren die Straßen und Passagen, durch welche wir mussten, so sehr überfüllt, dass es schwer war in einer angenehmen Laufgeschwindigkeit voranzukommen. Naja Google Maps sollte uns leiten bis zu dem Ort, wo wir den Store eigentlich finden sollten. Pustekuchen, dieser Store war umgezogen und dort befand sich nun ein Maid Cafe.
So eine Scheiße, also die Zeit wurde nun auch knapp, und so mussten wir den ganzen Weg wieder zurücklatschen. Wieder durch die Hitze, wieder durch die Menschenmassen und wieder durch die knallige Sonne.

Knapp vor Einlass erreichten wir dann aber das Orix Theater und die Japaner gingen es sehr gelassen an. Die Fans warteten auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf Sitzbänken und dem Boden. Und Stück für Stück wurden einige durch die gut strukturierten Anweiser über die Straße geschickt, um im Theater selbst dann endlich wieder normale Luft atmen zu können.




Für das erste Konzert – Sunshine Parade – hatten wir einen Platz in der dritten Etage im mittleren Block.
Die Sicht auf die Bühne war ausgezeichnet und wie wir es bereits von vor zwei Jahren kannten, wurden wir mit einer freundlichen Stimme und einem lustigen Video auf dem Bildschirm über der Bühne darauf aufmerksam gemacht, wie man sich doch bitte zu verhalten hat. Keine Kameras, keine Smartphones, nicht betrunken sein, nicht herumspringen und dabei andere stören, nicht die Leuchtstäbe durch die Gegend werfen, Handtücher schleudern, zu lange Glowsticks, um anderen auf die Köppe zu hauen, nicht rauchen… okay, was darf man also überhaupt?
Na ganz einfach, eine Menge Spaß haben und der sollte dann auch bald beginnen.
Wir hatten die Batterien unserer Glowsticks getestet, also sollte alles gut gehen.
Das Konzert war wirklich klasse, und für mich – Sada – hat es auch das 2014 S/mileage vom Thron gestoßen, des besten Konzerts auf dem ich je gewesen bin. Lag natürlich auch an den nun eigenen Glowsticks, was das Ganze noch viel mehr intensivierte … Die Stimmung war fantastisch, ob nun auf der Bühne, oder im Publikum. Aber ich denke, man muss schon ein sehr offenes Herz haben, um die Faszination dafür zu verstehen. Auch die Art und Weise, wie jeder Einzelne das Konzert für sich alleine, aber auch gemeinsam mit den anderen und den Idols erlebte, ist schon etwas besonderes. Der Großteil jubelte und wirbelte im Takt der Musik – dezent dirigiert von den Armen der Fans mit ihren Glowsticks, aber es gab auch einige Besonderheiten.

Hinter uns stand ein Mann mittleren Alters- er war bestimmt an die 40 - zwischen drei leeren Plätzen. Er hatte keinen Glowstick aber er tanzte so gut wie jede Bewegung nach, die unten auf der Bühne ablief. Ich sah es zwar nur im letzten Ende meines Blickwinkels, aber es war irgendwie faszinierend.

Nach etwas über zwei Stunden war der Spaß nun erstmal vorbei und alle gingen flux nach draußen und sammelten sich wieder auf dem Platz vor dem Theater – zumindest alle, die den zweiten Auftritt auch sehen wollten.

Als wir da saßen, trafen wir auf einen japanischen Fan, mit dem ich ein wenig ins Gespräch kam. Wir haben uns recht gut verstanden, haben Facebook und Line Accounts ausgetauscht und er – tätig als DJ – lud uns auch für den Abend nach dem zweiten Konzert auf eine Hello! Project Aftershow Party ein. Leider wussten wir nicht, ob wir das schaffen würden, aber dazu dann später.

Bald ging es wieder hinein in das Theater. Ich kaufte am Merchandise Stand ein Minifotobuch und ein T-Shirt zur Tour und dann ab nach oben.

Diesmal waren wir sogar in der zweiten Etage und der Blick war somit sogar noch besser.

Dann sollte der Rainbow Carnival beginnen und gleich zu Anfang fiel uns ein Fan auf, der mir bis heute noch im Gedächtnis blieb – ich nenne ihn den gelbsten Fan der Welt.
Ein älterer, etwas dickerer Herr mit einem gelben C-ute Cap, einem gelben T-Shirt und einem gelben Glowstick. Er machte kein Geheimnis daraus, Hagiwara Mai Fan zu sein aber warum er so klasse war, war sein absolut nicht vorhandenes Taktgefühl … er ließ den Glowstick auf und ab wippen, versuchte mit dem Takt der Musik und der anderen Fans mitzuhalten, doch es sollte einfach nicht klappen. In seiner linken Hand, hielt er eine riesige Tüte leckerer Yaokin Umaibo Sticks Snacks.
Ich liebe diese Snacks, Ö.Ö
Aber er machte sie nicht auf, wascheinlich war er einfach die nächsten zwei Stunden ebenfalls so gefangen von der Performance, dass er keinen Hunger mehr verspürte.

Trotz, dass die Bands die gleichen waren, wiederholten sich nur wenige Songs – Ausnahmen waren die neusten Singles, doch die hörte man gerne ein zweites Mal.

Was kann man also am Ende über Hello! Project Live 2016 sagen?


LAUT, SÜß, ANSTRENGEND, EXPLOSIV, aber vor allem, unglaublich kraftvolle Stimmen, wie wir sie beide nun nicht von allen Mädels dort erwartet hatten. Sie waren echt in Bestform, und das freut einen natürlich, dass sich das Geld und der Aufwand mit der Fahrt mehr als gelohnt hat.

Als die beiden Konzerte nun vorbei waren, mussten wir uns langsam mal etwas zu essen suchen. Also ab in die volle Stadt auf der Suche nach einem Okonomiyaki Restaurant.
Es dauerte eine Weile, aber meine zwar anfänglichen, aber schon gar nicht mehr so üblen Kanjikenntnisse halfen uns dann ein tolles Restaurant zu finden. Zu unserem Glück waren wir die letzten beiden, die eingelassen wurden, da ab 22:00 Uhr dort Endspurt angesagt war.


Das Okonomiyaki wurde direkt auf unserem Tisch zubereitet, welcher aus einer mit Gas erhitzten Heizplatte bestand. Es war schön einmal zu sehen, mit welchen Tricks sie dort professionell die Okonomiyakis in Form hielten und ich glaube ich werde mir einiges davon auch in Erinnerung für uns Zuhause behalten.



Das Essen war mehr als gut, das Asahi Bier erfrischend und ich muss gestehen, japanisches Bier schmeckt mir viel besser als deutsches und scheinbar vertrage ich es auch besser.
Ich trinke allerdings eh so gut wie nie Alkohol, also kann mir das auch egal sein.

So aufgegessen, vorne wie immer an der Kasse bezahlt, machten wir uns nun auf den Weg zur Shinsaibashi Station … na toll, irgendwie fanden wir den richtigen Eingang zur Midosuji Line nicht und so irrten wir ein wenig verwirrt umher, bis ich mir ein Herz fasste …
Ich ging auf eine junge Frau zu und sagte Folgendes:
Sumimasen, shinsaibashi eki doko desu ka

Eigentlich einfach zu fragen, wo die Station ist, aber es ist doch oft der fehlende Mut, der einen davon abhält jemanden in einer fremden Sprache anzusprechen.
Sie erklärte uns dann rasch den Weg und so fanden wir auch die Station.


Doch unser Abenteuer sollte noch nicht vorbei sein. Der Zug fuhr nicht ganz bis zum Ende und wir dachten, egal, keine Lust auf Umsteigen, den Rest gehen wir…
Tadaaaaaa, wer hätte das gedacht? Nachdem wir ein wenig gegangen waren, sah ich auf der Karte, dass wir noch auf der anderen Seite des Flusses waren.
Also wieder über die windige Brücke bis zu unserem Hostel.
Diesmal waren wir aber gerüstet und wir ließen unseren Glowstick beim gehen hin und her schwenken, sodass wir auch von anderen Fußgängern und Radfahrern einfacher gesehen werden würden.

Zurück im Hostel machten wir noch unfreiwillige Bekanntschaft im Zimmer nebenan mit ein paar besoffenen Chinesen. Zu unserem Glück waren sie irgendwann dann aber doch müde und schliefen endlich ein.


Am nächsten Morgen – wir hatten den Wecker auf 8 Uhr gestellt, machten wir uns recht schnell fertig, damit wir um 10:00 auschecken konnten.
Vom netten Kei, bekamen wir noch ein tolles Geschenk mit auf den Weg  –zwei kleine Beutel zum Zuschnüren im japanischen Stil. :) 








Wir machten uns also nun zu Fuß auf den Weg nach Shin Osaka und warteten auf den Shinkansen, den wir ja nun im gehobenen Abteil bereisen sollten.
Ihr erinnert euch sicherlich, dass wir schon von der Economy so geschwärmt hatten, aber das was wir nun erlebten, setzte für nur etwas über 1000 Yen nochmal richtig eine Schippe drauf. Sitze wie Königssessel. Breit, hoch, mit Knöpfen für die Lichter über einem. Eine ebenfalls verstellbare Rückenlehne, ein Tisch, der sich aus den Armlehnen herausklappen ließ, und eine Beinfreiheit, dass man sich gar nicht so weit strecken konnte, wie man Platz hatte. Auch ganz für die kleineren Menschen ausklappbare und fein verstellbare Fußstützen, aber die brauchten wir ja nun nicht.







Die Fahrt war wieder einfach toll. Der Zug hetzte zeitgenau durch Japans Landschaft und Susi schaffte es wieder einige tolle Fotos zu schießen.

Also im Ernst … wenn wir wieder mit dem ICE der deutschen Bahn fahren müssen, werden wir uns wie die letzten Penner vorkommen, die jemand aufs Abstellgleis gestellt hat.

Wieder zurück in Tokyo  machten wir noch einen Abstecher ins 3 stöckige Tokyu Hands – dort gibt es eigentlich alles für die kreativen Seelen, zum Einrichten, zum Basteln, zum Schreiben, Malen, usw … Und in einer Qualitätsklasse, da kann der deutsche Konsument leider nur Träumen … habt ihr schonmal japanisches Briefpapier angefasst, oder angesehen? Ihr wisst nicht, was euch entgangen ist.

Gekauft haben wir natürlich auch ein wenig, alles im Sinne der Hamster.


Dann aber endlich mit der Bahn zurück nach Uguisudani, wo wir nun von keine Ahnung warum, unzähligen Jugendlichen empfangen wurden. Die Straßen waren geflutet mit ihnen … irgendwas muss es dort umsonst gegeben haben, denn sie standen da alle herum und schienen auf etwas zu warten.




Wir sind dann aber weiter ins Hotel und nachdem wir uns ein wenig ausgeruht hatten, gingen wir noch einmal los um uns etwas zu essen zu suchen. Wieder nach Uguisudani hatten wir uns gedacht, doch auch da dauerte es eine Weile, bis wir etwas fanden, was uns überzeugt hatte … eigentlich kann man wohl überall essen, aber trotzdem, soll es ja gut überlegt sein.
Ich wusste das gar nicht, aber Susi war das klar, wir waren nun in dem Laden, wo wir das letzte Mal versehentlich das Falsche am Automaten bestellt hatten, doch diesmal war es richtig :)
Gut gestättigt machten wir uns auf den Rückweg und nun nachher noch kurz runter zum Lawson und dann den Abend ausklingen lassen.





Gestern haben wir in Osaka 17,07 km gerissen und heute waren es dann 11,19.
Da kommt wirklich einiges zusammen.

Beste Wünsche

Sada und Susi