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Montag, 21. Juli 2014

Katzen-Entspannung und Bücherwelten

Unser nächster Tag war eigentlich mit Harajuku eingeplant, doch stattdessen entschieden wir uns, nach Ikebukuro zu fahren.
Um dorthin zu gelangen, gingen wir zum Bahnhof Uguisudani, da wir bei diesem direkt nach Ikebukuro fahren können, indem wir die Yamanote Linie benutzen, welche wie in einem Kreis um die Hauptzentren Tokyos fährt.



Also kauften wir uns unser Ticket und waren relativ schnell in Ikebukuro.



Auch hier sieht man das pralle Leben - und so nah waren wir einem Feuerwehrfahrzeug hier auch noch nicht.

Unser Weg führte uns aber zunächst zu einem sehr großen Buchladen:



Junkudo ist wirklich eine Superlative - 9 Stockwerke voller Bücher und selbst Leute, die nicht zu den Buchliebhabern gehören, werden hier fündig.
So fuhren wir zunächst in den obersten Stock und arbeiteten uns dann langsam immer weiter runter, vorbei an Businessbüchern, Architektur, Kinderbüchern, Kunst und Romanen - das meiste davon selbstverständlich auf japanisch, aber das hielt uns natürlich nicht ab. Kurzum: wir gingen mit einigen Kilos mehr wieder aus diesem Laden hinaus!
Das Wunderbare - und vielleicht auch Verheerende - an den japanischen Büchern ist, dass ihre Ästhetik so wunderbar schlicht und dennoch so enorm ansprechend ist, ebenso wie das Papier und die Farben an sich. Es fühlt sich ganz einfach vollkommen anders an, als wenn man ein Buch in Europa in die Hände nimmt. Hier hat das Papier oft eine rauere Struktur und eine höhere Grammatur. Da kann man wirklich kaum genug bekommen!

Voll beladen entschlossen wir uns, nun das eigentliche Ziel ins Auge zu fassen: das Katzencafé. Ja, ganz genau, ein Café, in dem Katzen sind.
Nach einigem Suchen fanden wir es schließlich in einem oberen Stockwerk eines höheren Gebäudes und fanden uns im Katzenhimmel vor.
Zunächst zogen wir natürlich unsere Schuhe aus und schlüpften in dafür vorgesehene Latschen, wurden dann noch belehrt, worauf wir zu achten hatten und uns wurde eine Preisliste gezeigt, aus der hervor ging, dass wir je nach Anwesenheitszeit bezahlen mussten.
Wir bestellten zudem noch für einen kleineren Kostenbetrag, dass wir Getränke ohne Limit zu uns nehmen konnten. Zur Auswahl standen hier Tee, Kaffee, Softdrinks und auch ein paar Tassensuppen.


Wer wollte, konnte sich auch eine kleine Lektüre nehmen.


Überall fand man die flauschigen Genossen wieder...


...die wirklich freie Wahl hatten, sich dort niederzulassen, wo sie nur wollten.


Natürlich waren Streicheinheiten der Gäste erwünscht. Und man konnte auch Spielzeug aus dem Café zur Miezen-Animation verwenden.

Nachdem wir uns eine gemütliche Couch ausgesucht hatten, wurde kurz darauf diese kleine Box vor unsere Nase gestellt und flauschigem Inhalt:


Ja, Katzen schlafen nun mal gerne.


Animieren ließ sich die Miez zwar nicht groß, aber immerhin konnten wir ihr ein paar Streicheleinheiten geben, die sie sehr entspannt entgegen nahm.


In einem kleinen Büchlein wurden auch noch einmal alle Katzen des Cafés vorgestellt.

So verging die Zeit wie im Flug und wir blieben etwas über eine Stunde dort.
Als wir uns ans Bezahlen machten, versperrten drei Katzen den Weg (zwei schliefen auf dem Tresen und eine räkelte sich sogar so sehr dabei, dass beinahe etwas herunter fiel), eine dritte saß und schaute sich alles interessiert an.


Als wir aus dem Café traten, war es bereits etwas am regnen, doch da wir uns ein Restaurant ausgesucht hatten, was sich sehr in der Nähe befand, wurden wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht besonders nass.


Wir bestellten wieder etwas über den Automaten, wurden von der Bedienung an unseren Tisch geführt und bekamen auch sofort wieder ein frisches Getränk eingefüllt.

Dieses mal entschieden wir uns für folgendes:



Dieser eingelegte Kohl schmeckte ebenso sehr gut dazu. Und das Essen selbstverständlich auch! Wir stehen wirklich auf Udon!

Als wir fertig waren mit dem Essen regnete es in Strömen.


Und aufgrund dessen hatten wir auch eines der besten Momente dieses Tages: als wir uns nicht weit vom Restaurant unterstellten - wir hatten den Schirm leider im Hotel vergessen - kam eine Mitarbeiterin des Ladens zu uns, vor dem wir standen. Sie musste die Rollläden hinunter fahren und bat uns höflich, zusammen mit einem ebenso neben uns verweilenden Japaner, etwas beiseite zu gehen.Gesagt, getan - wir gingen ein Stückchen weiter, um sie nicht bei ihrer Arbeit zu stören.
Sie kam dann schließlich noch einmal an uns vorbei und entschuldigte sich nochmals und verschwand im Laden....um kurze Zeit später hinaus zu kommen, uns einen Schirm zu reichen und uns zu sagen, dass dies ein Geschenk an uns sei. Wie toll ist das?
So kamen wir doch noch recht trocken nach Hause und waren den ganzen Abend happy :)


Auf unserem Rückweg gingen wir noch einmal kurz zu Big Camera rein, um weitere Polaroid Filme zu kaufen und trotteten dann noch etwas unterirdisch in der Station Ikebukuro herum, kauften uns zwei Donuts und fuhren dann wieder ins Hotel.






Die ersten Gehversuche mit der neuen Kamera.





Und unsere Bücher-Ausbeute. Und ja: das ist ein Buch, wo nicht nur Hamster, sondern auch Hamsterpos fotografiert werden (wohl eher unfreiwillig, da diese sich zu oft wegdrehen, aber süß ist es dennoch).

Nun zu unseren persönlichen Eindrücken.

Susi:
Der Besuch im Buchladen hat endlich mal wieder meine Bücherliebe entfacht. ich arbeite ja in dem Bereich und habe dadurch mit den Jahren ein wenig den Zauber verloren, den ich früher hatte, wenn es darum ging, in einem Buchladen zu stöbern. Mittlerweile tue ich dies nur sehr selten noch. Doch diese Bücher haben wieder das Feuer entfacht - auch schon aufgrund ihrer Art, wie ich oben geschrieben habe. Es hat beinahe etwas beruhigendes, sie nur anzufassen und zu fühlen. Und ihre Gestaltung finde ich einzigartig und auch neuartig und das fasziniert mich ungemein. Zudem ihre Themen: diese Vielfalt ist genial!
Das Tollste war aber der Besuch im Katzencafé - man glaubt gar nicht, wie beruhigend so ein Besuch für so eine kurze Zeit sein kann. Man wird selbst langsamer, bedächtiger, ruhiger und stiller und stellt sich vollkommen auf die Katzen ein - auch wenn diese nur neben einem schlafen.
Auch das Erlebnis mit dem Schirm war nicht zu erwarten und hat den Tag versüßt.
Alles in allem also: ein toller Tag, an den ich noch gerne immer wieder zurück denken werde :)

Sada:
Es war in vielerlei Hinsicht ein besonderer Tag.
Seit ich mit dem Roman-schreiben begonnen hatte, verlor ich regelrecht das Interesse an anderen Büchern und Buchhandlungen.
Doch dieses Machtwerk von Buchhandlung in Ikebukuru, konnte sogar mich begeistern und so wollte ich wirklich keinen Gang auslassen und mich davon überzeugen, dass Manga zwar in Japan ansässig sind, es aber ebensoviele Leser von "normalen" Büchern gibt.
Nun mag man vielleicht denken, oh Gott, so eine riesen Buchhandlung inmitten von Tokyo, die muss doch überfüllt sein,
Gar nicht, es war ruhig und gemäßigt. Die Besucher waren leise und so leise war es dann auch im Katzencafe.
Ich hatte mir das ganz anders vorgestellt, aber es war wirklich eine tolle Athmosphäre und überhaupt, die Katzen waren echt ÜÜÜÜÜBERALL.
Leider verging die Zeit darin wie im Flug, sodass wir uns dann zwingen mussten zu gehen, damit es nicht zu teuer werden würde.
Das Essen – bestellt am Automaten war super – erstens, weil wir zum ersten Mal, einen Automaten fehlerfrei und ganz alleine bedienen konnten und zweitens, weil Udon einfach der Hammer sind.
Die Aktion mit dem Regenschirm war natürlich absolut rührend.
Oh Gott, warum sind hier so viele Menschen so nett und dabei wollte sie uns ja nicht einmal was verkaufen :)
Den Schirm werde ich mit nach Hause nehmen und ich hoffe er übersteht die Zeit, bis wir hierher zurückkommen.
Ein toller Tag wie Susi auch schon sagte und vergessen, werde auch ich diese Erlebnisse nicht.

Das wars von uns für heute.
Gute Nacht aus Tokyo

Sada & Susi

Donnerstag, 10. Juli 2014

Von Schlangen und Hamstern

An unserem zweiten Tag stellten wir uns vorsichtshalber gleich mal den Wecker, um wenigstens noch vor 12 Uhr wach zu sein. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, diesen Tag in Akihabara verbringen, doch der Jetlag machte uns einen kleinen Strich durch die Rechnung. Da ich, Susi, erst um halb sieben in der Früh eingeschlafen war, beschlossen wir, unseren Tag etwas ruhiger zu verbringen: und zwar in Ueno, im Zoo.
Ueno ist ungefähr 35 Minuten zu Fuß zu erreichen von unserem Hotel aus, also machten wir uns nach leckerem Erdbeergebäck und noch leckerem Burger (nein, nicht aus einer Fastfoodkette, sondern aus dem nächsten Supermarkt) auf den Weg.
An diesem Tag überraschte uns das Wetter ein wenig mit seinem heftigen Wind, sicherlich eine kleine Randerscheinung des momentan tobenden Taifuns. Dennoch hielt es sich hauptsächlich trocken und wir konnten einen weiteren Teil Tokyos erkunden.
Endlich in Ueno angekommen, machten wir uns auf eine kleine Reise innerhalb des Parks, der recht weitläufig und groß so inmitten dieser Stadt scheint. Doch ohne uns groß aufzuhalten, hieß unser Ziel: Pandaaaa! Also ab in den Zoo, schnell zwei Tickets gekauft und ja, als erstes ging es tatsächlich zu den zwei großen Pandas, die der Zoo zu bieten hat. Und nein, auf dem Bild sind natürlich nicht die beiden großen Pandas, sondern die Maskottchen-Pandas zu sehen:


Da sich der Zoo inmitten des Parks erstreckt und die Hochhäuser das Gebiet nicht zu sehr beengen, war es wie ein kleiner Eintritt in eine ganz andere und ebenso ruhige Welt - eine kleine Oase inmitten des Trubels von Ueno.
An den Vögeln vorbei, Seelöwen beobachtend, Fledermäuse bestaunend, ging es im ersten Teil des Zoos schnurstracks zu den Eisbären, die mit offenkundigen "Kawaii"-Rufen der anderen Besucher bedacht wurden. Ja, auch so ein riesiger Eisbär kann durchaus kawaii sein, wenn er es nur möchte ;)






Nach den Eisbären ging es dann zum zweiten Teil des Zoos, welcher auch mit einer Art kleiner Eisenbahn (selbstverständlich in super bunt und mit niedlichen Tieren drauf) erreicht werden konnte. Wir jedoch wählten den "Aufstieg" zu Fuß, einen kleinen Hügel hinauf. Der Blick von oben ließ schon erahnen, dass Japaner eben doch einen sehr ausgeprägten Sinn für die harmonische Gestaltung ihrer Umgebung haben: vor uns breitete sich ein großer See aus, der angefüllt war mit zahlreichen Seerosen und ihren riesigen Blättern.
Am nächsten Souvenirshop angekommen, gönnten wir uns eine phänomenale Kekesdose mit Pandas auf dem Äußeren der Dose und der Kekse (!!!) und, was noch viel bombastischer war: einen Hamster! Er ist klein und unheimlich mopsig und wir nennen ihn "Brrt", weil wir am Abend unter Freudenjubel feststellten, dass man ihn aufziehen und wobbeln lassen kann. Wie cool ist das denn?! Übrigens ist er noch unheimlich viel mopsiger als auf dem Foto!


Durch die Hitze und unsere lange Wanderschaft durstig geworden, bestellten wir uns auf gut Glück einen bunten Drink, der sehr süß und sehr gut schmeckte - mit kleinen glibberigen Sternen und Herzen in seinem Innern:



Da der Zoo bereits um 17 Uhr schloss, machten wir uns dann auch langsam auf den Weg zum nächsten Ausgang, über eine Brücke mitten durch die Seerosen hindurch auf die andere Seite - was uns dort begegnete, kann man wohl als Begegnung der dritten Art bezeichnen (Achtung, Trommelwirbeeeeel): eine Schlange schlängelte sich aus dem Gebüsch - wir vermuten ja, dass sie dort nicht hingehörte, denn die beiden Japanerinnen, die hinter uns liefen, rannten schreiend davon, als sie sie bemerkten und kurz vorher kamen und zwei Zoo-Mitarbeiter auf der Brücke entgegen. Vielleicht sind wir nur knapp dem Tode entkommen...oder das ist halt üblich hier mal eben einer Schlange zu begegnen, aber die erste Variante ist auf jeden Fall spannender zu erzählen :) Und hier nun das Ungetüm:







Nach diesem Schreck gingen wir dann aus dem Zoo hinaus, an einer kleinen Tempelanlage vorbei zu einem anderen See des Ueno Parks und umwanderten diesen dann, um mitten drin uns eine kleine Pause zu gönnen - begleitet von der Ueno Zoo Musik, die zum Schließen der Anlage gespielt wurde. Wunderschöne Klaviermusik hallte über den kleinen See, ein paar Tretboote in Schwanen-Form (natürlich in bunt) plätscherten langsam vor sich her und wir genossen diesen Zeitpunkt der Ruhe, um den Tag Revue passieren zu lassen. Wir wollen gerne noch einmal wieder kommen, weit ist es ja nicht, und dann vielleicht sogar selbst ein wenig in die Pedale treten.





Da wir nun seit dem Frühstück nichts gegessen hatten, hieß es: Essen suchen! Nach ein wenig Umhergewander, fanden wir auch einen schönen kleinen Laden, der uns gleich nach der Begrüßung eine englische Speisekarte gab und bei dem wir dann Okonomiyaki bestellten, ein Gericht, was man einfach mal probiert haben muss. So sieht es aus - lecker!


Danach ging es noch für eine Weile ins nächtliche Ueno mit seinen kleinen, prall gefüllten Gassen, wunderbaren Essensdüften, Pachinko-Geklingel und Neonschein und dann spazierten wir unter einigen Regengüssen wieder Richtung unseres Hotels.




Und zum Schluss nun wieder ein paar persönliche Eindrücke von uns:

Sada:
Der Tag hat mir wieder einmal gezeigt, wie "schön" und "vielseitig" eine Großstadt sein kann.
Wenn man bedenkt, dass wir nur in einem "kleinen" Teil von Tokyo unterwegs gewesen waren, ist es dennoch beachtlich welche Vielfalt den Menschen dort geboten wird.
Ein ruhiger wirklich schöner Zoo, ein großer See auf dessen Rückseite und während man auf einer der zahlreichen Sitzgelegenheiten am Wasser in die Ferne blickt, ertönen wie aus dem Nichts Klavier und andere klassische Klänge die die Ruhe in einem Fördern.
Nur wenige Minuten dann wieder zu Fuß, befindet man sich wieder im pulsierenden und abwechselungsreichen Leben der Innenstadt.
Es ist schwer zu sagen, was mir an dem Tag am besten gefallen hat, aber ich glaube neben all der Normalität – wie ich sie mir einfach vorstelle – waren es wirklich die Augenblicke am Wasser.

Susi:
Es gab eigentlich zwei tolle Momente, die mir gerade besonders im Gedächtnis hängen geblieben sind: Erstens der ruhige Moment mit Blick aufs Wasser und Klaviermusik, während die Wolken grau und ruhig über uns vorbei ziehen und alles irgendwie einfach nur schön ist, und zweitens der Moment in welchem wir zwei entdeckten, dass der Hamster vibrieren kann - ja, wir freuen uns über sowas wahnsinnig doll und das ist auch gut so :D 
Und weil ich ja meinen Derp-of-the-day-Moment einführen will, hier nun das lustigste Bild des Zoos - man kann Leuten eben auch auf niedliche Art und Weise sagen, dass sie die Tiere bitte nicht füttern sollen:

















Mittwoch, 9. Juli 2014

Der erste Tag

Womit beginnt man den ersten Tag in Tokyo?
Natürlich mit verschlafen …

Eigentlich hatten wir vor uns gegen die Mittagszeit auf den Weg zu machen und was ist passiert? wir schlafen bis 15:00 Ö.ö

Womöglich wegen dem Jetlag – haben Hamster auch so einen wenn man sie von der Küche ins Wohnzimmer trägt? – konnten wir einfach nicht einschlafen.

Aber um kurz vor 16:00 Uhr, haben wir uns dann endlich auf den Weg gemacht, um unsere Umgebung bei Tageslicht zu Fuß zu erkunden.

An der Rezeption haben wir dann auch die Tickets für das S/mileage Konzert im Budokan erhalten. Also nochmal rauf aufs Zimmer, die TIckets ausgepackt und bestaunt und dann wieder raus an die "frische?" Luft.

Durch die Regensaison sind wir auch bei trockenem Wetter mit einer sehr feuchten Luft beglückt worden. Aber ein wahrer Freund Japans, liebt auch das schwere Atmen oder – solange es in Japan ist und nicht jeder um ein herum zu stöhnen anfängt?

Unser erstes Ziel war Asakusa mit seinen Tempeln, welche wir am Sumida–Fluss entlang spazierend aufsuchten.
Obwohl es ziemlich voll war, und zu späterer Stunde immer mehr Menschen auftauchten, hatte man immer das Gefühl, dass die Stimmung entspannt
war.



Weil uns nun der Name nicht einfällt für das, was wir getan haben, beschreiben wir es einfach:

Vor dem eigentlichen Tempel konnte man eine Art Blechbehälter schütteln bis ein Holzstäbchen aus einem Loch heraus rutschte.
Auf diesem standen Schriftzeichen – ob Katakana oder Hiragana wissen wir nun nicht mehr genau – welche man einer von vielen Schubladen zuordnen konnte. Aus der jeweils passenden Schublade zog man dann einen Zettel auf dem das eigene Glück vorausgesagt wurde.

Dieses kann durchweg positiv sein, oder auch weniger gut. Wenn man einen Zettel herausgezogen hat, der weniger gut war, dann faltete man ihn zusammen und knotete ihn an ein dafür vorgesehenes Gestell, damit das Glück einem wieder hold ist.
Wer von uns beiden etwas weniger Glück hatte und knoten durfte, verraten wir natürlich nicht. ;)


Eine ganze Weile sind wir inmitten der Tempel und kleinen Stände herumgelaufen – man hätte am liebsten überall von gegessen – bis wir dann auf der anderen Seite wieder zurück in die Zivilisation gekommen sind.

Während wir auf der Suche nach einem Automaten für unsere Kreditkarte waren, passierte etwas, worauf wir uns außerhalb von Japan wohl nicht eingelassen hätten.

Zwei junge Japanerinnen kamen auf uns zu und baten uns, bei einem kleinen Videoprojekt mitzumachen.
Da dies unser kleines schmutziges Geheimnis bleibt, werden wir die Informationen dabei belassen, dass wir mitgemacht haben – nein wir mussten für keinen Porno zur Verfügung stehen!

Nach dieser Aktion liefen wir beide völlig verwirrt in die falsche Richtung und wie der Zufall es so wollte, taten die beiden Japanerinnen es uns gleich, somit kreuzten sich unsere Wege noch ein weiteres Mal.

Endlich mit frischen Yen versorgt, gingen wir in ein mehrstöckiges Kaufhaus rein.
Da uns die Welt des japanischen Kitsch nicht neu ist, waren wir weniger oft erstaunt, als man es vielleicht erwarten würde, aber eines, warf uns dann doch aus dem Konzept:

Was soll man dazu sagen? Außer eventuell … GEIL DANKE!
Warum wir es nicht gekauft haben? Wir haben keine Katze, aber alleine dafür eine zu holen, das wäre Grund genug.

Also streiften wir weiter durch alle Stockwerke umher, zwischen Essstäbchen, Bentoboxen, lächelnden Klosteinen, und einer etwas anderen Art der "Glückskatzen" – eine fette Miez mit wackelndem Schwanz – episch!

Wieder draußen, fragt uns nicht, warum man da eigentlich wieder raus wollen würde, bekamen wir auch allmählich ein wenig Hunger und so gingen wir zu einem kleinen japanischen Restaurant, was wir uns bereits zuvor ausgeguckt hatten.


Bis wir allerdings zu unseren Udon kamen, mussten wir erstmal eine kleine Ausbildung in Sachen Bestellautomaten machen.
Du schmeißt Geld hinein, wählst dann die gewünschten Gerichte, bekommst einen Zettel, den du dann dem Mann hinter der Theke gibst.
Zu unserem Glück erledigte unser selbsternannter Ausbilder diese Tätigkeiten für uns, wies uns einen Platz zu und wenig später war das Essen dann auch bereits angerichtet.
Eine sehr schöne Sache war, dass innerhalb der Woche die großen Portionen zum selben Preis wie die normalen zu haben war und eine Kanne mit frischem Wasser gab es kostenlos ebenfalls dazu.

An unserem Platz direkt am Fenster konnten wir genau auf den Skytree gucken, welcher auch unser nächstes Ziel sein sollte.

Gut gesättigt und überzeugt, dass wir es voll drauf haben, machten wir uns also auf den Weg zu unserem letzten Ziel für heute – dem Skytree




Nun wurde auch das Wetter ein wenig schlechter aber der Regen sorgte dann auch dafür, dass kein Nebel aufkam, welcher uns die Sicht von oben weiter einschränken würde.

Ohne einen genauen Plan, welche Richtung wir eigentlich nehmen mussten, nutzten wir die naheliegendste Orientierungshilfe:



Endlich angekommen, wurden wir an jeder erdenklichen Ecke von freundlichen Japanerinnen und Japanern begrüßt die uns mit ausgestreckter Hand den Weg wiesen – Verlaufen war ausgeschlossen.
Dann ging es mit dem Fahrstuhl 350 Meter nach oben in nur 50 Sekunden – whoooooooosh – dazu gab es einen sehr schrägen Ton den Susi scheinbar nicht gehört hatte. -.- (Susi: Welcher Ton?? *A*???)

Die Aussicht war trotz der immer wieder an uns vorbeiziehenden Wolken unglaublich. Wenn sich die Sicht aufgeklart hatte, bot sich eine wirklich fantastische Sicht auf die nächtliche Stadt.

Leider war es nicht so einfach – trotz guter Kamera – von dort oben wirklich scharfe Fotos bei der Dunkelheit und den vorbeiziehenden Wolken zu machen. Und eigentlich, kann kein Foto wirklich einfangen, was man von dort oben wirklich gesehen hat – die Stimmung war einmalig.
Uns ist auch aufgefallen, dass Tokyo von dort oben eigentlich gar nicht so hell ist, wie man vielleicht erwarten würde und es gab Stellen, bei denen teilweise alles schwarz war.
Die passende Musik im Hintergrund tat ihr übriges um die Großstadtromantik zu unterstreichen.

Dann sind wir dem vorgegebenen Weg folgend, eine Etage weiter nach unten gegangen, wo sich auch der Skytreeshop befand.

Nun kommt unser zweites schmutziges Geheimnis.
Wie kann man ablehnen, wenn zwei Japanerinnen einen fragen, ob man sich auf einem gläsernen Boden mit total bekloppten Plüsch-Stern-Haarreifen fotografieren lassen will?
Tja  – Sünde Nummer zwei und undenkbar in Deutschland.
Nein, hier gibts kein Foto für euch, denn den Rahmen den wir zu dem Foto dazu bekommen haben, ist einfach zu cool zum posten.

Dann machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel.
Dank Tokyo, mussten wir nicht verdursten, denn alle gefühlten 100 Meter, gab es gleich mehrere Automaten wo man sich etwas zu trinken besorgen konnte.

Wieder im Hotel angekommen, konnten wir sagen, dass wir, obwohl wir nur einen halben Tag hatten, eine ganze Menge erleben durften.

Eine Kleinigkeit wollen wir euch nun aber nicht vorenthalten.
Man erzählt, es sei so etwas wie eine Olympische Fackel, doch wir nennen ihn:


SPERM SAMA:




Eigentlich wollten wir euch ja noch etwas über unser Hotel erzählen, aber unser Beitrag ist so nun schon lang genug, dass wir das auf einen anderen Tag schieben werden.

Zum Abschluss nun aber noch ein paar persönliche Gedanken zu diesem Tag

Susi: Tokyo nach ca. 6 Jahren wieder zu sehen, fühlt sich an, als wäre ich nie weg gewesen. Doch diese Momente nun neu zu teilen und auch neue Dinge zu sehen (z.B. die ruhigen Gassen, den Skytree, am Sumida-Fluss zu spazieren), macht es zu etwas Besonderem. Man sieht sich eben nie satt hier. Und egal, was wir noch sehen werden: es wird bombastisch super! Und ich bin für die Einführung eines Derp-of-the-day-Moments, denn die Turntable-Miez und Sperm-Sama wären definitiv favorisiert gewesen für heute! :D



Sada:
Für mich war es nun das erste Mal, nachdem ich viele viele Jahre meine Leidenschaft für Japan und seine Menschen von Deutschland aus entwickelt habe.
Trotz dem Treiben, die Ruhe in den Menschen. Neben dem Kitsch die intelligenten Kleinigkeiten mit denen diese Stadt Strukturiert ist. Nicht blank poliert aber dennoch sauber, war für mich das Highlight als ich dann auf dem Skytree stand und in die Nacht hinaus schaute.
Ich dachte darüber nach, was ich die ganzen Jahre geliebt hatte und war mir sicher, meine Vision stimmt mit dem überein, was die Realität ausmacht – wenn sie nicht sogar noch faszinierender ist.
Auch kann ich nicht verheimlichen, dass es mir dort oben wirklich schwer gefallen ist die ganzen Emotionen zu unterdrücken und auch Tränen der Freude drängen sich noch jetzt immer wieder hervor …




Nun bis zum nächsten Mal und beste Grüße



Sada und Susi




Mittwoch, 25. Juni 2014

All the cats!? All the time!!

Etwas, was ich mal dreist in unsere Tokyo-Must-See-Liste aufgenommen habe, sind Cafés, bei denen man von flauschigen Gesellen umwuselt wird. Die sogenannten Katzencafés sind einigen möglicherweise schon vom Hörensagen bekannt. Man kommt in ein Café und zahlt dort zum Beispiel eine Stunde, in der man sich dann bespaßen lassen darf von allerlei Katzen - wobei Katzen an sich wohl eher lieber selbst bespaßen lassen. 
In Ikebokuro soll es anscheinend sogar ein ganzes Department voll mit Miezen geben. Und wenn ich nur Flauschigkeit erahnen, bin ich definitiv Feuer und Flamme! Da es in Japan aufgrund des engen Wohnraumes ein Luxus ist, Tiere halten zu können, kann man hier einfach öffentlich sich für eine kurze Zeit ganz als Herrchen/Frauchen fühlen und staubt mal eben Geschnurre ab und verteilt Streicheleinheiten.
Die Idee finde ich ja wirklich gut! Bis ich dann las, dass es sogar noch eine Steigerung gibt: Hasencafés!!!!
Wie ich hörte, ist bei einigen Orten das Wort "Café" eher irreführend, da eine Möglichkeit des Kaffeetrinkens entweder gar nicht gegeben oder abgegrenzt vom Schmusebereich ist - sehr verständlich, wenn man an die Hygiene denkt. 
So werden wir uns also einfach mal selbst ansehen, wie es so ist, dafür zu bezahlen, in einem Raum voller Stubentiger sitzen zu dürfen. God save the miez!

Sada & Susi